Comeback mit 95
Freddy Quinn betritt nach über einem Jahrzehnt wieder die Bühne
17.10.2026 – 17:55 UhrLesedauer: 2 Min.
Jahrzehntelang war er aus der Öffentlichkeit verschwunden. Jetzt ist Schlagerlegende Freddy Quinn zurück – und zieht Hunderte in ein Zirkuszelt.
Schlagerlegende Freddy Quinn hat am Samstag seinen ersten öffentlichen Auftritt seit mehr als einem Jahrzehnt absolviert. Der 95-jährige Wahl-Hamburger besuchte den Circus Traber im schleswig-holsteinischen Leezen und sprach dort vor dem Publikum. Hunderte Menschen standen für Tickets an.
„Ihr euer Freddy Quinn“
Mit St.-Pauli-Kappe und Mikrofon in der Hand wandte sich Quinn zu Beginn der Show an das Publikum. Er habe sich auf keine Rede vorbereitet, sagte er, doch die vielen freundlichen Gesichter hätten ihn bewogen, doch ein paar Worte zu sagen: „Ich war auf eine Rede gar nicht vorbereitet, aber ich habe so viele nette, freundliche Gesichter gesehen, dass ich nicht umhinkonnte, um zu sagen, ich bin stolz, dass ich heute als Gast und Zuschauer in dieser kleinen Arena von den Trabers mitwirken darf.“
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Das Wort „mitwirken“ sei allerdings übertrieben, schränkte er ein. Sonst hätte er selbst ein Seil im Zirkuszelt spannen und als Hochseilartist überqueren müssen. Das überlasse er in seinem Alter lieber den Artisten. Er richtete seinen Wunsch an die Zirkusfamilie und alle Mitwirkenden: „Den Trabers und allen Artisten, die hier mitwirken, alles Gute und die besten Wünsche.“ Dann kündigte er die erste Nummer an, eine Ponydressur, und schloss seine Rede mit den Worten: „In dem Sinne verbleibe ich, ihr euer Freddy Quinn.“ Während im Zelt bereits vor Showbeginn zahlreiche Fans um Autogramme baten, fragten sich vor allem jüngere Besucher, wem der Andrang zu verdanken war.

Freddy: Von der „Washington Bar“ auf die Bühne
Quinn wurde einst in der „Washington Bar“ auf St. Pauli in Hamburg entdeckt. In den 1950er und 1960er Jahren landete der Sänger mit seiner tiefen Baritonstimme zahlreiche Nummer-eins-Hits, darunter „Heimweh“, „Die Gitarre und das Meer“ und „Junge, komm bald wieder“. Es folgten Musikfilme. Im vergangenen Jahr veröffentlichte er seine Biografie „Wie es wirklich war“. Heute lebt er mit seiner Frau als Rentner auf einem Bauernhof.
Zur Zirkusfamilie Traber verbindet Quinn eine langjährige Freundschaft. Laut Niklas Traber hat er dort das Hochseillaufen gelernt und ist zudem Taufpate eines Familienmitglieds. Traber würdigte den Besuch der Schlagerlegende: „Das ist ein großer Einsatz und es kostet eine Überwindung, dass er zu uns herzukommt; auch bei so viel Presse und Menschen sich hinzusetzen und das Zelt noch einmal richtig vollzumachen.“ Quinn habe ein großes Herz für den Zirkus. Dank ihm kämen rund 200 bis 300 Menschen nach Leezen, „wenn nicht mehr“.
Das sei in der aktuellen Lage keine Selbstverständlichkeit, so Traber. „Die Leute haben momentan alle selber kein Geld. Sie müssen überall Einsparungen treffen, und dann trifft es manchmal auch den Zirkus.“ Das sei schade, denn alle Mitarbeitenden gäben sich viel Mühe, um Zuschauern, Eltern und Kindern eine schöne Zeit zu ermöglichen.











