Sie will fast 300.000 Euro
Nach SEK-Einsatz: Frau klagt auf Schadensersatz
16.10.2026 – 14:42 UhrLesedauer: 2 Min.
Eine Frau wird von der Polizei aus dem Schlaf gerissen – wie sie erklärt, zerlegen die Beamten in der Folge ihre Wohnung. Jetzt klagt sie.
Mehr als drei Jahre nach einem Einsatz des SEK verklagt eine Frau das Land Nordrhein-Westfalen auf Schadensersatz – und erhebt schwere Vorwürfe gegen die Polizei. Das Landgericht Münster bestätigte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur den Eingang einer Schadensersatzklage auf 290.000 Euro.
Die Polizei hatte das Haus der Frau am 21. Juni 2023 durchsucht – es gab einen Durchsuchungsbeschluss, da der ehemalige Freund der Frau des illegalen Waffenbesitzes verdächtigt wurde. Laut Klageschrift wurde die Tür des frisch renovierten Hauses mit großer Explosionswucht aufgesprengt – das Haus sei dabei und auch in Folge durch die Beamten massiv beschädigt worden. Neben der Bausubstanz seien auch Möbel und Gegenstände beschädigt worden.
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In der Klageschrift heißt es zudem, dass die Frau von den Polizisten geschlagen, getreten und bedroht worden sei – obwohl sie sich bei der Durchsuchung nicht gewehrt habe. Die SEK-Beamten sollen die Frau zudem rassistisch beleidigt und erniedrigt haben. Sie habe Verbrennungen, Splitterverletzungen und psychische Beeinträchtigungen davon getragen. Zunächst hatte der „Focus-Online“ über den Fall berichtet.
Wie das Nachrichtenportal berichtet, drangen die Polizisten um sechs Uhr morgens in die Wohnung ein und rissen sie aus dem Schlaf. Die Frau erklärte laut dem Bericht, dass ihr die Polizisten auch Mund und Nase zugehalten hätten. Ihr seien von den Beamten zudem Haare ausgerissen worden – den Durchsuchungsbeschluss habe sie erst Stunden später zu sehen bekommen.
„Sollten sich die schwerwiegenden Vorwürfe bestätigen“
Der Anwalt der Frau erklärte: „Sie lebt seit drei Jahren in einem kaputten Haus.“ Der Frau habe zunächst das Geld gefehlt, um ihr Haus zu renovieren – über die Jahre habe sich der Schaden an dem Gebäude deswegen verschlimmert. Weiter erklärte der Anwalt, dass er zudem eine Schmerzensgeldklage vorbereite. Sie sei seit dem Polizeieinsatz in ärztlicher Behandlung und nicht arbeitsfähig.
Das Innenministerium von NRW wurde über den Fall nach eigenen Angaben erst durch die Berichterstattung in den Medien informiert. Innenminister Herbert Reul (CDU) hatte bereits in der vergangenen Woche in Reaktion auf die Vorwürfe erklärt: „Sollten sich die schwerwiegenden Vorwürfe bestätigen, wird das Folgen haben.“
Der Einsatz wurde von der Polizei Duisburg geleitet, die Durchsuchung war von der Staatsanwaltschaft Kleve beantragt worden. Wie die Polizei Duisburg mitteilte, werde aktuell geprüft, ob das Vorgehen der Beamten erforderlich gewesen sei.










