„Dann kannst du noch so viele Torchancen rausspielen“
Er sei „kein Riesenfreund von Expected Goals“, also der aufgrund des Spielverlaufs statistisch zu erwartenden Anzahl der Tore. „Aber wenn ich lese, wir haben Fünf-Komma-Irgendwas, dann kannst du noch so viele Torchancen rausspielen, wenn du sie dann nicht machst“, so Eberl. Der Expected-Goals-Wert der Bayern in Augsburg lag am Ende tatsächlich bei 5,02.
Der Bayern-Boss wies die an ihn gerichtete Frage zurück, ob Bayern gegen tief stehende Gegner aktuell kein Mittel finden würde. Die Mannschaft hätte sich genügend Tormöglichkeiten erspielt, so Eberl: „Anders als auf Schalke (0:0; Anm. d. Red.), haben wir viel mehr Lösungen gefunden. Anders als gegen Union (7:0; Anm. d. Red.), haben wir viel mehr Lösungen gefunden. Obwohl wir da sieben Tore geschossen haben.“ Eberls Fazit des Ausrutschers gegen Augsburg: „Wir hatten heute zahlreichste Torchancen, sie aber einfach nicht verwertet.“
Zur Wahrheit gehören auch die vier Bayern-Treffer, die aufgrund von teilweise sehr knappen Abseitspositionen vom Schiedsrichtergespann zurückgenommen wurden. Darauf wies auch Chefcoach Vincent Kompany bei seiner Analyse hin. „Man braucht nicht alles komplizierter machen als es eh schon ist. Es war ein Tag, an dem es auf Millimeter und Details ankam“, sagte der Belgier. „Unsere Fans haben sechsmal gejubelt, aber leider hat es nur zweimal gezählt. Aber manchmal waren wir auch selbst schuld.“
Er steht sinnbildlich für Bayerns großes Problem
Nach einem Lattenknaller von Harry Kane (45.), einem Pfostentreffer von Serge Gnabry und insgesamt sieben Großchancen mussten sich die Bayern am Ende jedenfalls mit einem 2:2 begnügen. Es war nicht das erste Mal, dass sie ihre deutlich größere Dominanz nicht auch in eine entsprechende Anzahl von Toren ummünzen konnten.
Bei den Auswärtsspielen auf Schalke (0:0), in Elversberg (2:1) und in Augsburg hat die Kompany-Elf aus den addierten Expected-Goals-Werten von 9,6 gerade einmal vier Tore gemacht – also 5,6 Tore weniger, als die Qualität und Quantität der Chancen hätten erwarten lassen. Sinnbildlich für den bayerischen Chancenwucher und die mangelnde Effektivität vor dem Tor stand einmal mehr Luis Díaz.












