„Wir werden niemals aufgeben“
Ein Mord bewegt Rudi Cerne besonders
07.10.2026 – 15:31 UhrLesedauer: 2 Min.
Seit fast 25 Jahren steht Rudi Cerne bereits für die ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY… Ungelöst“ vor der Kamera. Jetzt verrät er, welcher Fall ihn nicht loslässt.
Im Jahr 2002 trat Rudi Cerne die Nachfolge von Eduard Zimmermann an und übernahm die Moderation der Sendung „Aktenzeichen XY… Ungelöst“. Bis heute schalten bei der beliebten ZDF-Show regelmäßig bis zu sechs Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer ein. Sie wollen wissen, bei welchen ungeklärten Fällen die Polizei und Staatsanwaltschaft um Hilfe bitten – und immer wieder sind es Hinweise des Publikums, die zur Ergreifung der Täter führen.
Genau diese Zusammenarbeit zwischen Fachkräften und der Bevölkerung war es auch, die Rudi Cerne einst überzeugte, die Moderation zu übernehmen. Das erzählte er jetzt in einem Interview mit „Bunte“. „Als ich das Angebot vom ZDF bekam, war ich eher skeptisch“, gestand er der Zeitschrift. Er sei sich nicht sicher gewesen, ob ihm „die großen Schuhe des legendären Ede Zimmermann passen“ würden.
Darum sagte er damals zu
Dann aber wurde er auf den Fall der achtjährigen Julia Hose aufmerksam. Das Mädchen war spurlos verschwunden, deutschlandweit wurde nach ihr gesucht, bis man die Leiche fand. „Der Fall hat mich erschüttert, meine Tochter war damals im gleichen Alter“, erinnerte sich Rudi Cerne. „Schließlich hörte ich, dass durch ‚Aktenzeichen XY‘ der Mörder ermittelt wurde. Da war mir klar: Diese Aufgabe macht Sinn – und ich sagte zu.“

Das Erfolgsgeheimnis der Sendung ist für ihn ziemlich eindeutig: „Es ist die Faszination des Bösen, so schlimm es klingt.“ Es seien keine Verbrechen, die sich ein Drehbuchautor für einen Krimi ausgedacht habe. Es gehe um Mord und Totschlag mitten in unserem Leben. „Und jeden von uns kann es jederzeit treffen.“
„Die Mörder vergesse ich schnell“
Ihn persönlich beschäftigen die Schicksale einiger Opfer besonders. So erinnerte er sich unter anderem an Maria Baumer, deren Mord 2012 in der Sendung thematisiert wurde. Damals war ihr Verlobter im Studio und bat um Hinweise. Später stellte sich jedoch heraus, dass er selbst der Mörder von Maria Baumer war. „Ich habe ihr Bild noch vor Augen“, berichtete Rudi Cerne. „Die Mörder vergesse ich schnell – die Bilder der Opfer nie.“
So wie Kirsten Sahling, deren Mord ihn seit 16 Jahren nicht loslässt. Die damals 39-jährige Frau wollte in Berlin im Spandauer Forst joggen gehen, als ein Radfahrer völlig unvermittelt auf sie zufuhr und sie niederstach. „Ein Mord ohne jegliches Motiv“, wie Cerne sagte. „Bisher sind wir nicht weitergekommen, aber wir werden niemals aufgeben.“ Auf die Frage, wie lange er im ZDF noch auf Verbrecherjagd gehen will, antwortete der 68-Jährige dann auch: „Am liebsten so lange, bis der Mörder von Kirsten Sahling endlich gefasst ist.“











