Milliardenprojekt im Norden
Neue Bahnstrecke nach Hamburg steht vor wichtiger Hürde
05.10.2026 – 13:54 UhrLesedauer: 2 Min.
109 Kilometer neue Gleise sind zwischen Hamburg und Hannover geplant, die Kosten liegen bei rund 8,8 Milliarden Euro. Nach einer Verschiebung soll nun abgestimmt werden.
Am Donnerstag soll über die geplante Neubaustrecke zwischen Hamburg und Hannover abgestimmt werden. Der Bund empfiehlt, die von der Deutschen Bahn vorgelegte Vorzugsvariante als Grundlage für die weiteren Planungen zu bestätigen. Vor zwei Wochen war die Debatte noch von der Tagesordnung genommen worden.
Vorgesehen ist eine zweigleisige Strecke zwischen Hannover-Vinnhorst und Hamburg-Meckelfeld. Sie soll 109 Kilometer lang werden. Die voraussichtlichen Kosten werden mit rund 8,8 Milliarden Euro angegeben. Eine Zustimmung wäre allerdings noch kein Baubeschluss. Sie würde zunächst den Weg für die weiteren Planungen der Strecke freimachen.
Strecke zwischen Hamburg und Hannover stark ausgelastet
Die bestehende Verbindung gehört nach Angaben der Deutschen Bahn zu den am stärksten ausgelasteten Strecken Deutschlands. Die DB gibt die Auslastung mit bis zu 147 Prozent an. Auf der Strecke sind Fern- und Regionalzüge sowie zahlreiche Güterzüge unterwegs.
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Die Neubaustrecke soll zusätzliche Kapazitäten für diese Verkehre schaffen. Auch für den Hamburger Hafen ist die Verbindung wichtig: Die Bundesregierung begründet das Vorhaben unter anderem mit einem erwarteten Anstieg des Seehafenhinterlandverkehrs.
In Niedersachsen ist der Neubau seit Jahren umstritten. Der Heidekreis sowie die Landkreise Celle, Uelzen und Harburg und das Land Niedersachsen hatten sich bei einer Anhörung im April gegen das Vorhaben ausgesprochen. Peter Dörsam, Bürgermeister der Samtgemeinde Tostedt, warb stattdessen für einen stärkeren Ausbau bestehender Strecken. Lüneburgs Oberbürgermeisterin Claudia Kalisch sprach sich dagegen für die Neubaustrecke aus. Sie verwies auf zusätzliche Kapazitäten für Regional- und Pendlerzüge.
Die Deutsche Bahn hält einen reinen Ausbau der vorhandenen Strecke für nicht ausreichend. Nach ihren Planungen erfüllt nur die Neubauvariante die Anforderungen für zusätzliche Kapazitäten im Nah-, Fern- und Güterverkehr.
Abstimmung war bereits verschoben worden
Eigentlich sollte das Projekt bereits am 24. September im Parlament beraten werden. Die Debatte wurde jedoch von der Tagesordnung genommen. Nun ist die Abstimmung für Donnerstag, 8. Oktober, angesetzt.
Auch bei einer Zustimmung dürfte es noch lange dauern, bis auf der neuen Strecke tatsächlich Züge fahren. Nach der parlamentarischen Befassung folgen weitere Planungs- und Genehmigungsschritte. Die Deutsche Bahn selbst hatte bereits bei der Vorstellung ihrer Vorzugsvariante betont, dass bis zu einem möglichen Bau noch ein weiter Weg sei.











