„Es ist das letzte Mal, dass ich hier bin“
Touristenmassen belagern See – Wanderer entsetzt
03.10.2026 – 14:26 UhrLesedauer: 3 Min.
Der Lago di Sorapis gilt als eines der bekanntesten Fotomotive der Dolomiten. Doch was viele Wanderer oben erwartet, hat mit alpiner Ruhe wenig zu tun. Bis zu 3.000 Besucher drängen täglich hinauf – mit Folgen für Natur und Sicherheit.
Ein Traum in Italien: Der Lago di Sorapis zählt zu den schönsten Orten der Dolomiten. Helle Felswände umgeben das milchige türkisfarbige Wasser auf 1.923 Metern Höhe. Doch in den Sommermonaten ist von Bergidylle oft wenig übrig. An Spitzentagen steigen nach Schätzungen bis zu 3.000 Menschen zu dem Gletschersee, der auch als Sorapissee
bezeichnet wird, hinauf.
Die Folgen sind Müll und Touristenmassen auf den engen Bergpfaden. In italienischen Medien und Bergblogs wächst deshalb die Kritik am Tourismus. Das Portal „il Dolomiti“ greift das Problem in der Blogreihe „Le Dolomiti nell’era dell’overtourism“ auf. Ein Besucher beschreibt seine enttäuschende Erfahrung: „Der Sorapissee? Er ist wunderschön, aber ich würde nicht wiederkommen: Es ist das letzte Mal, dass ich hier bin. Es sind zu viele Menschen, zu viel Chaos.“
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Hüttenwirt: „Tonnenweise Papier, Glas und Plastikflaschen“
Wie groß der Andrang geworden ist, zeigt sich an der Vandelli-Hütte, dem Rifugio Alfonso Vandelli al Sorapiss. Hüttenwirt Emilio Pais Bianco spricht von einem Besucheranstieg um rund 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Zwar nehme er bei vielen jungen Wanderern ein größeres Umweltbewusstsein wahr. Dennoch bleibe am Ende jedes Tages viel Müll zurück. „Jeden Abend sammeln wir tonnenweise Papier, Glas und Plastikflaschen ein, die einfach weggeworfen wurden“, sagte der Hüttenwirt der italienischen Zeitung „Corriere delle Alpi“.

Bergsee in den Alpen dient vielen nur als Kulisse für Fotos
Der Müll ist nicht das einzige Problem. Immer wieder steigen Besucher trotz eines Badeverbots in das kalte Wasser des Gletschersees. Für Aufsehen sorgte zuletzt ein Tourist, der ein aufblasbares Stand-up-Paddle-Board auf den Berg trug und damit auf dem geschützten See paddelte. Als andere Wanderer ihn später beim Sonnenbad darauf ansprachen, kam es den Berichten zufolge zu einem Streit.
Auf der Plattform X berichtete eine Wanderin von einem anderen Fall. „Diese Idioten sind mit ferngesteuerten Autos auf einem der exponiertesten Wege unterwegs, der zum Sorapissee führt“, schrieb sie. „Die Rettungskräfte, die wegen einer Person in Schwierigkeiten im Einsatz waren, forderten sie auf, die Autos wegzunehmen – wurden daraufhin aber beleidigt.“









