16-Jähriger im Visier
Hamburger LKA stoppt internationale Cybercrime-Gruppe
01.10.2026 – 15:35 UhrLesedauer: 2 Min.
Drei Festnahmen und mehr als 100 Terabyte gesicherte Daten: Behörden mehrerer Länder sind gegen die Cybercrime-Gruppe „KillSec“ vorgegangen. Eine zentrale Rolle spielte das LKA Hamburg.
Hamburger Ermittler haben gemeinsam mit internationalen Partnern einen groß angelegten Schlag gegen die Cybercrime-Gruppe „KillSec“ geführt. Bei der Operation „KillSwitch“ nahmen Behörden drei Tatverdächtige vorläufig fest und durchsuchten acht Objekte in Griechenland, Rumänien, Spanien und Großbritannien. Als mutmaßlichen Hauptbetreiber der Gruppe identifizierten die Ermittler einen 16-Jährigen.
Die Behörden übernahmen am 30. September außerdem die Kontrolle über die Leak-Seite von „KillSec“. Dort soll die Gruppe zuvor gestohlene Daten veröffentlicht oder mit deren Veröffentlichung gedroht haben, um Lösegeld zu erpressen. Mindestens 110 Terabyte Daten sicherten die Ermittler nach eigenen Angaben vor weiterem unbefugten Zugriff.
Rund 1.000 mutmaßliche Attacken
Die Dimension ist erheblich: Rund 1.000 mutmaßliche Cyberangriffe weltweit schreiben die Behörden der Gruppe bislang zu. Etwa 500 davon sollen erfolgreich gewesen sein. Mindestens 70 Fälle haben einen Bezug zu Deutschland, 18 davon zu Hamburg. Die Zahlen können sich nach Angaben der Ermittler bei der weiteren Auswertung der Beweismittel noch ändern.
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„KillSec“ soll seit etwa 2024 aktiv sein. Die Mitglieder nutzten den Ermittlungen zufolge Schwachstellen und schlecht geschützte Zugänge zu IT-Systemen aus, darunter Cloud-Speicher. Anschließend kopierten sie sensible interne Daten. Zahlten betroffene Organisationen kein Lösegeld, konnten die gestohlenen Dateien auf der Darknet-Seite der Gruppe kostenlos veröffentlicht werden. In einigen Fällen soll „KillSec“ hohe Lösegeldsummen erhalten haben.

Nach Erkenntnissen der Ermittler setzte die Gruppe zudem Künstliche Intelligenz ein. Damit soll sie Teile ihrer Ransomware-Infrastruktur aufgebaut und betrieben sowie mögliche Opfer gesucht haben.
Hamburger Ermittler führten Operation
Das Landeskriminalamt Hamburg und die Staatsanwaltschaft Hamburg leiteten die internationale Operation. Hamburger Ermittler waren unter anderem für die Serverstrukturen der Gruppe zuständig. Sie identifizierten fünf zentrale Server und schalteten sie ab. Zudem brachten sie fünf von „KillSec“ genutzte Internetdomains unter die Kontrolle der Behörden.
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