Bulgariens Fußball unter Schock
Erstliga-Präsident auf eigenem Grundstück erschossen
30.09.2026 – 23:20 UhrLesedauer: 2 Min.
Ein Mord überschattet den Fußball in Bulgarien. Klubchef Iliyan Filipov wird erschossen aufgefunden. Sein Verein findet emotionale Worte.
Iliyan Filipov, Präsident des bulgarischen Erstligisten Botev Plovdiv, ist in der Nacht zu Mittwoch erschossen worden. Filipov wurde nach Angaben der Staatsanwaltschaft auf seinem Grundstück in der Stadt getötet. Der Vorfall ereignete sich gegen 1 Uhr.
Die Regionaldirektion Plovdiv des Innenministeriums teilte mit, dass um diese Zeit eine Meldung über einen erschossenen Mann aus einem Wohngebiet einging. Als die Polizei am Tatort eintraf, fanden die Beamten Filipov leblos vor. Nach Angaben der Behörden gibt es derzeit keine Hinweise darauf, dass der Klubchef zuvor bedroht worden war.
- Neuer DFB-Nationalspieler: Sein Fall lag beim Gerichtshof für Menschenrechte
- Sammer schimpft über deutschen Fußball: „Wir sind Feiglinge geworden“
Die Polizei sperrte den Bereich rund um den Tatort großräumig ab, der Verkehr auf mehreren Straßen wurde eingeschränkt. Berichten zufolge waren in den frühen Morgenstunden alle Ausfahrten aus Plovdiv blockiert. Die Behörden haben Ermittlungen wegen eines schweren Verbrechens aufgenommen. Motiv und Hintergründe der Tat sind bislang unklar.
Wir benötigen Ihre Einwilligung, um den von unserer Redaktion eingebundenen Instagram-Inhalt anzuzeigen. Sie können diesen (und damit auch alle weiteren Instagram-Inhalte auf t-online.de) mit einem Klick anzeigen lassen und auch wieder deaktivieren.
Botev Plovdiv reagierte mit einer Erklärung auf die Nachricht. Der Klub schrieb auf Instagram: „Der FFC Botev Plovdiv drückt seine tiefe Trauer über den tragischen Tod des Vereinspräsidenten Ilian Filipov aus. Die Vereinsführung, die Spieler und die Mitarbeiter des Vereins sprechen seiner Familie, seinen Angehörigen und Freunden ihr aufrichtiges Beileid aus. Iliyan Filipov wird für immer Teil der Geschichte von Botev Plovdiv bleiben. Sein Beitrag zur Rettung des Vereins im Sommer 2025 und sein Engagement für die ‚gelb-schwarze‘ Idee werden von allen in unserer Familie in Erinnerung bleiben.“
Filipov rettete Klub vor Bankrott
Filipov ist Gründer und Eigentümer des bulgarischen Transport- und Bauunternehmens PIMK. Im Sommer 2025 hatte er Botev Plovdiv übernommen und den Traditionsklub innerhalb kurzer Zeit aus einer schweren finanziellen Krise geführt. Der Verein stand mit einem Defizit von 3,5 Millionen Euro kurz vor dem Bankrott.
Durch Filipovs Einsatz wurde der Klub finanziell stabilisiert. Unter seiner Leitung wurde zudem die Renovierung des Hristo-Botev-Stadions vorangetrieben – ein Projekt, das seine Popularität in Plovdiv weiter stärkte. Fans legten nun vor dem Stadion Blumen nieder und zündeten Kerzen in Gedenken an Filipov an.
Der Verein würdigte Filipovs Rolle bei der Stadionmodernisierung mit weiteren Worten: „Sein Name wird mit goldenen Lettern für die Nachwelt in Erinnerung bleiben, dank der erfolgreichen Fertigstellung des Umbaus des ‚Hristo-Botev‘-Stadions, das dadurch zur modernsten Sportanlage Bulgariens wurde. In dieser schweren Zeit stehen wir alle seiner Familie, seinen Angehörigen und Freunden zur Seite.“










