„Erheblicher Anstieg der Kosten“
Kanadisches Unternehmen stoppt Pommes-Fabrik in Deutschland
29.09.2026 – 21:05 UhrLesedauer: 2 Min.
Eine Milliarde Euro wollte Pommes-Fabrikant McCain in eine neue Fabrik in Niedersachsen investieren. Jetzt kam die überraschende Absage.
Die geplante Ansiedlung einer Pommes-Fabrik am Mittellandkanal im Landkreis Peine wird vorerst nicht umgesetzt. Nach einer umfassenden Überprüfung der Wettbewerbsfähigkeit und wirtschaftlichen Tragfähigkeit des Projekts sei entschieden worden, die geplante Investition in ihrer derzeitigen Form zum aktuellen Zeitpunkt nicht weiterzuverfolgen, teilte das kanadische Unternehmen McCain mit.
In der Region hatte das Projekt Hoffnung auf eine Milliardeninvestition und Schaffung von Hunderten Arbeitsplätzen auf dem ehemaligen Kohlehafen des Kohlekraftwerks in Mehrum gemacht. Geplant waren Investitionen in Höhe von bis zu einer Milliarde Euro und die Schaffung von bis zu 650 neuen Arbeitsplätzen. Kritiker hatten vor einer hohen Verkehrsbelastung gewarnt.
- Blackrock: Finanzinvestor kauft Traditionshotel in München
- KI trifft High-Tech: Apple streicht Stellen
Der Traditionskonzern wurde 1957 in Kanada von den Brüdern Harrison und Wallace McCain gegründet, später stießen zwei weitere Brüder zu dem Unternehmen. Die Firma ist bis heute in Familienbesitz.
Die Entscheidung spiegele die aktuellen Marktbedingungen in Europa wider, teilte der Konzern mit. Dazu gehören demnach ein erheblicher Anstieg der Projektkosten infolge der Inflation, Überkapazitäten bei verarbeiteten Kartoffelprodukten sowie eine schwächere Nachfrage in wichtigen Märkten.

Die niedersächsische Landesregierung bezeichnete es als sehr bedauerlich, dass das geplante Investitionsvorhaben in Mehrum im bisherigen Umfang nicht weiterverfolgt werde. Das Projekt sei lange intensiv begleitet und unterstützt worden, teilte das Wirtschaftsministerium mit. Land und Bund hatten sich demnach gemeinsam mit kommunalen Partnern für die Ansiedlung eingesetzt.
Land lockte mit Millionen
Niedersachsens Wirtschaftsminister Grant Hendrik Tonne (SPD) sagte dem NDR. „Die Tatsache, dass McCain bereits erheblich in den Standort investiert hat, zeigt, wie vorteilhaft die Rahmenbedingungen sind.“
Das Land habe bei der Einwerbung von Bundesfördermitteln in erheblicher Größenordnung von etwa 50 Millionen Euro unterstützt, auch das Engagement des Bundesfinanzministeriums sei erheblich gewesen. „Darüber hinaus hat das Land eigene Fördermöglichkeiten von rund zehn Millionen Euro mobilisiert, um die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Umsetzung des Projekts zu schaffen“, teilte das Ministerium mit.
Der Standort Mehrum biete aus Sicht des Ministeriums weiterhin sehr gute Voraussetzungen für eine industrielle Ansiedlung dieser Art. Es liege aber zunächst beim Unternehmen, für sich die Situation und mögliche Marktchancen zu analysieren und dementsprechend neue Pläne zu entwickeln.











