Streit über Antisemitismus
Jüdische Stimmen stellen sich hinter die Linke
24.09.2026 – 14:34 UhrLesedauer: 2 Min.
Nach dem Linken-Wahlsieg in Berlin verschärft sich die Debatte über ihren Umgang mit Antisemitismus. Nun melden sich jüdische Unterstützer der Partei zu Wort.
Eine Gruppe Berliner Jüdinnen und Juden nimmt die Linke gegen Antisemitismus-Vorwürfe in Schutz. „Dass gerade die Linken ständig des Antisemitismus beschuldigt werden, ist nicht nur eine zynische politische Instrumentalisierung, sondern setzt beinahe jede Kritik an der israelischen Politik mit Antisemitismus gleich“, heißt es in einem offenen Brief von 150 jüdischen Berlinerinnen und Berlinern, darunter die bekannten Autorinnen Deborah Feldman und Eva Menasse.
Weiter heißt es darin: „Diese Flut an Anschuldigungen zielt darauf ab, andere Meinungen zu unterdrücken und das internationale Völkerrecht auszuhöhlen. Vor dem Hintergrund des überall anschwellenden Antisemitismus ist es nicht einfach eine neutrale Beobachtung, eine demokratische linke Partei herauszugreifen, sondern ein politisches Instrument, um Aufmerksamkeit ab- und umzulenken.“
Unterstützung für mögliche rot-rot-grüne Koalition
Steigende Mieten, prekäre Beschäftigung, Überlastung von Schulen und Gesundheitssystem und wachsende soziale Spaltung erzeugten „genau jene gesellschaftlichen Spannungen, die auch den Judenhass fördern“, heißt es in dem Brief weiter. Eine rot-rot-grüne Koalition hätte die Kraft, „die materiellen Ursachen gesellschaftlicher Spannungen anzugehen“, schreiben die Verfasser des Briefs.
Die Linke hatte mit Spitzenkandidatin Elif Eralp am Sonntag die Wahl zum Abgeordnetenhaus gewonnen und möchte das Amt des Regierenden Bürgermeisters übernehmen. Der Zentralrat der Juden in Deutschland hatte Grüne und SPD anschließend davor gewarnt, der Partei zur Regierung zu verhelfen und erklärt, dass damit jüdisches Leben in der Hauptstadt gefährdet werden würde. Antisemitismus werde in Teilen der Linken verharmlost, kritisiert der Zentralrat.











