Vergleich von 18 Staaten
Pflege in Deutschland: Wo wir in Europa stehen
22.09.2026 – 14:42 UhrLesedauer: 3 Min.
Deutschland benötigt Hunderttausende Pflegekräfte. Eine neue Auswertung zeigt nun positive Entwicklungen.
Die Zahl der Pflegebedürftigen in Deutschland steigt aufgrund der Alterung der Gesellschaft weiter an. Laut Pflegestatistik des Statistischen Bundesamts waren 2024 rund 5,7 Millionen Menschen auf Hilfe angewiesen. Bis 2070 könnte deren Zahl auf bis zu 7,7 Millionen Menschen anwachsen.
Entsprechend muss auch die Zahl der Pflegefachkräfte steigen. Bis 2049 wird die Zahl der Pflegefachkräfte laut Statistischem Bundesamt auf 2,15 Millionen steigen – das ist ein Drittel mehr als heute. Da bereits heute zahlreiche Spezialisten fehlen, schätzen Deutschlands oberste Statistiker, dass 2049 zwischen 300.000 und 700.000 weniger Menschen in der Pflege arbeiten als nötig wären.
Pflege wird ein wenig männlicher
Neben der Gewinnung von mehr Nachwuchs steht darum auch eine bislang ungenutzte Bevölkerungsgruppe im Fokus: Männer. Eine neue Untersuchung der Jobplattform Pflegia zeigt nun: Die Pflege in Deutschland ist zwar weitgehend noch Frauensache. Doch im europäischen Vergleich ist der Anteil an männlichen Beschäftigten vergleichsweise hoch.
Insgesamt 17,4 Prozent der Pflegekräfte in Deutschland sind männlich. Von den untersuchten 18 europäischen Staaten ist der Männeranteil nur in Italien (23,8 Prozent) und auf Malta (26,9 Prozent) höher. Am geringsten ist der Anteil männlicher Fachkräfte hingegen in Osteuropa. So liegt der Anteil der männlichen Pfleger in Litauen gerade einmal bei 1,3 Prozent, im benachbarten Lettland sind es sogar nur 0,5 Prozent. Von 200 Pflegekräften ist somit lediglich eine ein Mann. Ausbildungszahlen legen zudem nahe, dass der Anteil der Männer in Deutschland weiter – wenn auch nur langsam – steigt.
| Land | Männeranteil in der Pflege 2024 |
|---|---|
| Malta | 26,9% |
| Italien | 23,8% |
| Deutschland | 17,4% |
| Spanien | 16,4% |
| Griechenland | 15,4% |
| Slowenien | 14,8% |
| Österreich | 14,3% |
| Kroatien | 12,6% |
| Niederlande | 11,5% |
| Irland | 10,5% |
Fast jeder Dritte ist jünger als 35
Auch im Hinblick auf den Pflegenachwuchs steht Deutschland im europäischen Vergleich gut da. 29,5 Prozent der Pflegekräfte hierzulande sind unter 35 Jahren alt – damit liegt Deutschland über dem Durchschnitt der 18 untersuchten Staaten (26,1 Prozent).
Den höchsten Anteil junger Fachkräfte hat derweil Kroatien (37 Prozent), es folgen die Niederlande (36,7 Prozent) und Malta (35 Prozent). Ein großes Nachwuchsproblem haben derweil Tschechien (13,4 Prozent), Lettland (13,6 Prozent) und Litauen (14,9 Prozent). Zurückzuführen sein dürfte dieses in erster Linie auf die Abwanderung junger, gut ausgebildeter Menschen, die in anderen Staaten Europas deutlich mehr verdienen können als bei sich zu Hause. Hiervon profitiert auch Deutschland.
| Land | Anteil der Pflegekräfte unter 35 Jahren |
|---|---|
| Kroatien | 37,0% |
| Niederlande | 36,7% |
| Malta | 35,0% |
| Spanien | 34,1% |
| Slowenien | 33,3% |
| Irland | 29,9% |
| Deutschland | 29,5% |
| Griechenland | 28,2% |
| Finnland | 27,9% |
| Dänemark | 26,1% |










