Laut Studie
Für die Herzgesundheit: So viel Vollkorn macht einen Unterschied
21.09.2026 – 15:12 UhrLesedauer: 2 Min.
Vollkornprodukte können sich unter anderem günstig auf Blutdruck und Cholesterin auswirken. Eine Übersichtsarbeit zeigt nun, wie viel davon nötig ist, damit Herz und Kreislauf profitieren.
Dass der Verzehr von Vollkorn mit einer besseren Herzgesundheit zusammenhängt, ist bereits länger bekannt. Welche Menge tatsächlich sinnvoll sein könnte, war bisher jedoch weniger klar. Eine neue Auswertung von 87 klinischen Studien liefert jetzt konkrete Hinweise. Nachzulesen sind die Ergebnisse in der Fachzeitschrift „European Heart Journal“.
60 bis 100 Gramm täglich
Für die Meta-Analyse führten Forscher die Daten von mehr als 6.500 Menschen aus Studien in Asien, Europa, den USA, Kanada, Australien und Brasilien zusammen.
Das Ergebnis: Bereits bei 30 bis 40 Gramm Vollkorn pro Tag zeigten sich positive Effekte. Am deutlichsten waren sie jedoch bei 60 bis 100 Gramm täglich. Das entspricht nach Angaben der Studienautoren etwa vier bis sechs Portionen Vollkorn am Tag.
Vollkorn: Was gehört dazu?
Als Vollkorn gelten Getreideprodukte, bei denen die drei Bestandteile des Korns – Schale, Keimling und Mehlkörper – erhalten bleiben. Dazu zählen beispielsweise Haferflocken, Vollkornbrot, Vollkornnudeln und Naturreis. Vollkornprodukte sind reich an Ballaststoffen, die unter anderem die Verdauung unterstützen und sich günstig auf verschiedene Stoffwechselvorgänge auswirken können.
Untersucht wurden etwa Körpergewicht, Bauchumfang, Blutdruck und verschiedene Blutwerte. Bei einer höheren Vollkornzufuhr sanken unter anderem Blutfette wie das Gesamtcholesterin und LDL-Cholesterin (das sogenannte schlechte Cholesterin). Auch Blutdruck, Blutzucker, Triglyceride (eine weitere Form von Blutfetten) und bestimmte Entzündungsmarker gingen zurück.
„Die meisten Vorteile treten bei einer Aufnahme von etwa 60 bis 100 Gramm pro Tag auf“, sagt Studienleiterin Helda Tutunchi. Die Ergebnisse gäben eine praktische Orientierung dafür, „welche Menge an Vollkorn nötig sein könnte, um bedeutsame Verbesserungen bei Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu erreichen“.
Zwar waren die Veränderungen bei den einzelnen Risikofaktoren meist eher gering. Die Studienautoren betonen jedoch, dass sich die verbesserten Werte zusammengenommen positiv auf das langfristige Herz-Kreislauf-Risiko auswirken könnten.
Was heißt das für den Alltag?
Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass durch einen höheren Vollkornanteil in der Ernährung Risikofaktoren sinken, die Herz-Kreislauf-Erkrankungen begünstigen. Allerdings dauerten die ausgewerteten Studien im Schnitt nur etwa acht Wochen. „Wir können daher nicht feststellen, ob diese Vorteile langfristig erhalten bleiben“, sagt Tutunchi.
Die Studie bestätigt, dass Vollkornprodukte für die Herzgesundheit förderlich sind und dass es ratsam sein kann, den Anteil in der Ernährung zu erhöhen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung etwa empfiehlt, mindestens ein Drittel der verzehrten Getreideprodukte als Vollkornvariante zu essen. Erreichen lässt sich das zum Beispiel, indem Weißmehlprodukte wie Weißbrot, helle Toasts, Frühstückscerealien oder weißer Reis allmählich durch Vollkornvarianten ersetzt werden.
Wer bisher wenig Vollkorn isst, sollte die Menge aber langsam steigern. Denn nimmt die Ballaststoffzufuhr abrupt zu, können Blähungen und andere Magen-Darm-Beschwerden die Folge sein.










