Faktencheck
Kann der Verzicht auf Frühstück das Diabetesrisiko erhöhen?
Aktualisiert am 17.09.2026 – 08:21 UhrLesedauer: 3 Min.
Ob aus Zeitmangel, um Kalorien zu sparen oder durch fehlenden Appetit – nicht jeder frühstückt regelmäßig. Aber: Der Verzicht auf das Frühstück kann möglicherweise das Diabetesrisiko erhöhen.
Ist Frühstück die wichtigste Mahlzeit des Tages? Diese Frage beschäftigt die Wissenschaft seit Jahren. So hat kürzlich eine Studie herausgefunden, dass ein spätes Frühstück mit einem erhöhten Sterberisiko verbunden ist. Und auch der Zusammenhang zwischen dem Frühstück und Diabetes wird immer wieder diskutiert.
Studien zu dem Thema deuten darauf hin, dass der Verzicht auf ein regelmäßiges Frühstück ein höheres Risiko für die Entstehung eines Typ-2-Diabetes mit sich bringen kann. Und: Entscheidend könnte dabei nicht nur sein, ob jemand frühstückt, sondern auch wann.
Frühstück auslassen, Diabetes riskieren – das sagt die Forschung
Eine große Meta-Analyse aus dem Jahr 2019, bei der Forscher Daten aus sechs Langzeitstudien mit insgesamt über 96.000 Erwachsenen auswerteten, kam zu einem klaren Ergebnis: Es zeigte sich erstens, dass Menschen mit starkem Übergewicht (Adipositas) häufiger auf das Frühstück verzichten als Normalgewichtige. Und zweitens stellte sich heraus, dass diejenigen, die morgens nicht essen, ein deutlich erhöhtes Risiko haben, an Typ-2-Diabetes zu erkranken. Im Vergleich zu Menschen, die täglich frühstücken, war das Risiko bei Frühstücksverweigerern um 33 Prozent erhöht – unabhängig davon, ob sie übergewichtig waren oder nicht.
Warum ist es wichtig, das Gewicht zu berücksichtigen?
Übergewicht, vor allem starkes, ist ein Risikofaktor für Diabetes Typ 2. Das muss berücksichtigt werden, wenn es darum geht, zusätzliche Risiken für die Entwicklung eines Diabetes zu untersuchen.
Besonders auffällig: Mit jeder zusätzlichen Mahlzeit, die ausgelassen wurde, stieg das Risiko weiter an – bis zu einem Plateau bei vier bis fünf Tagen Frühstücksverzicht pro Woche. Ab diesem Punkt blieb das Risiko stabil erhöht, ohne weiter anzusteigen.
Auf den ersten Blick klingt das höchst widersprüchlich. Ausgerechnet diejenigen, die weniger essen, sollen ein höheres Diabetesrisiko haben?
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Auch Jugendlichen schadet der Frühstücksverzicht
Nicht nur Erwachsene sollten auf ein regelmäßiges Frühstück achten. Eine japanische Studie von 2023 zeigt, dass auch Jugendliche, die morgens nichts essen, häufiger Anzeichen eines gestörten Zuckerstoffwechsels zeigen. Besonders bei übergewichtigen Jugendlichen war der Zusammenhang mit der Vorstufe von Typ-2-Diabetes, dem sogenannten Prädiabetes, deutlich erkennbar.
Warum kann Frühstück schützen?
Die erste Mahlzeit des Tages erfüllt eine wichtige Funktion: Sie versorgt den Körper mit Energie nach der nächtlichen Fastenphase. Wird das Frühstück ausgelassen, kann der Blutzuckerspiegel im Tagesverlauf schneller entgleisen. Blutzuckerspitzen und ein darauffolgender starker Abfall des Blutzuckers können dann zu Heißhunger führen und dazu, dass Menschen mehr essen.
So greifen Menschen, die nicht frühstücken, den Studienautoren zufolge möglicherweise häufiger zu ungesunden Snacks, kalorienreichen Getränken oder haben insgesamt unregelmäßigere Essgewohnheiten. All das fördert das Risiko für Übergewicht – einen zentralen Risikofaktor für Typ-2-Diabetes. Es seien jedoch noch weitere Studien notwendig, um die genauen Zusammenhänge zu klären. Aber: Grundsätzlich empfehlen die Wissenschaftler allen Menschen ein ausgewogenes Frühstück – mit und ohne Übergewicht oder Diabetes.












