Annett Louisan über DDR-Kindheit
Hamburger Sängerin hat bis heute Angst vor Polizisten
15.09.2026 – 11:32 UhrLesedauer: 2 Min.
Annett Louisan blickt mit gemischten Gefühlen auf ihre DDR-Kindheit zurück. Eine Prägung begleitet die Hamburger Sängerin bis heute.
Nach der Wende zog Annett Louisan mit ihrer Mutter nach Hamburg. Im Interview mit der „Augsburger Allgemeinen“ hat die 49-Jährige nun über die Folgen ihrer Kindheit in der DDR gesprochen. Sie spüre bis heute eine Angst vor staatlicher Gewalt.
„Sehe ich einen Polizisten, kriege ich Bammel, obwohl ich nichts angestellt habe“, sagte Louisan. Positiv erinnere sie sich dagegen an ihre Schulzeit. Orthografie und Grammatik hätten durch den damaligen Drill besser gesessen.
Louisan bezeichnet sich als „klassisches Wendekind“
Louisan stammt aus Sachsen-Anhalt und kam als Kind mit ihrer Mutter nach Hamburg. „Ich bin ein klassisches Wendekind“, sagte die Sängerin. Nach dem Umzug seien Mutter und Tochter „komplett in die Gegenwart eingetaucht“.
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Wende und Wiedervereinigung habe sie selbst immer positiv erlebt. Inzwischen interessierten sie zunehmend auch die Biografien von Menschen, die im Osten geblieben seien. Diese vervollständigten für sie das Bild der Wiedervereinigung.
„Will mich dafür nicht mehr schämen“
In dem Interview mit der „Augsburger Allgemeinen“ spricht Louisan außerdem über das Frausein und die Perimenopause, also die Zeit vor und um die letzte Menstruation. Noch immer empfänden viele Frauen dabei Scham, weil das Thema mit Unfruchtbarkeit, dem Älterwerden und dem Gefühl verbunden werde, nun sei „alles vorbei“.
„Ich verstehe total, wenn Frauen darüber nicht reden möchten, aber ich selbst will mich dafür nicht mehr schämen“, sagte Louisan. Sie finde es wichtig, dass der Fokus stärker auf Frauengesundheit liege. Diese sei lange „sträflich vernachlässigt“ worden.
Auch weibliche Altersarmut berühre sie „zutiefst“. Schon als junge Frau habe sie ein starkes Bedürfnis nach finanzieller Unabhängigkeit gehabt. „Ich habe mich zum Beispiel ungern von Männern einladen lassen, irgendetwas daran hat mir einfach nicht gefallen.“
Politische Posts kosten Louisan Follower
Problematischer werde es ihrer Einschätzung nach auch, sich öffentlich politisch zu äußern. Das bekomme sie unmittelbar bei ihren Followerzahlen zu spüren.
„Sobald ich einen Post gegen die AfD mache oder mich fürs Klima einsetze, verliere ich danach jedes Mal etwa 200 Follower“, sagte Louisan.












