25 Jahre nach 9/11
Kaum kam sie nach Hamburg, geriet die Stadt ins Visier
10.09.2026 – 19:07 UhrLesedauer: 3 Min.
Susan Elbow war erst wenige Wochen US-Generalkonsulin in Hamburg, als 9/11 ihre Amtszeit veränderte. Einen Tag nach den Anschlägen führte die Spur nach Hamburg.
Am 23. August 2001 kam Susan Elbow nach Hamburg. Knapp drei Wochen später verfolgte die neue US-Generalkonsulin die Anschläge vom 11. September in ihrem Büro an der Außenalster, wie sie dem NDR 25 Jahre später erzählte.
Elbow kannte das World Trade Center gut. Nach eigenen Angaben hatte sie früher im 77. Stock des Nordturms gearbeitet. Als sie im Fernsehen den zweiten Einschlag sah, wusste sie deshalb sofort, welcher Teil des Gebäudes getroffen worden war.

Die Spur führt nach Harburg
Bereits einen Tag später geriet Hamburg in den Blick der Ermittler. Am späten Nachmittag des 12. September erfuhren der damalige Innensenator Olaf Scholz und die Hamburger Polizeiführung erstmals von Verbindungen der Attentäter in die Stadt. Nach 22 Uhr übermittelte das Bundeskriminalamt offiziell eine FBI-Liste mit den Namen der Attentäter. Der Hamburger Historiker Christoph Strupp beschreibt diesen Ablauf in einem Beitrag für das „Geschichtsbuch Hamburg“.
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Eine zentrale Adresse der Ermittlungen war die Marienstraße 54 in Harburg. Dort hatten Mohammed Atta und Ramzi Binalshibh gelebt, zeitweise auch Marwan al-Shehhi. Auch Ziad Jarrah gehörte zu der Hamburger Gruppe. Der offizielle US-Untersuchungsbericht zu 9/11 bezeichnet die vier Männer als „Hamburg contingent“. Atta, al-Shehhi und Jarrah steuerten später drei der vier entführten Flugzeuge.

Osama bin Laden bestimmt Anführer der Gruppe
In Hamburg hatten sich die Männer zunehmend radikalisiert. Die konkrete Flugzeugoperation wurde ihnen nach Erkenntnissen der US-Untersuchungskommission aber erst nach ihrer Reise nach Afghanistan Ende 1999 übertragen. Osama bin Laden bestimmte Atta dort zum Anführer der Gruppe.
Noch in der Nacht durchsuchten Spezialeinsatzkräfte die Wohnung in der Marienstraße sowie sieben weitere Wohnungen in Hamburg. Nachbarn und Vermieter wurden befragt. Am Morgen des 13. September informierte Scholz auf einer Pressekonferenz über die Hamburger Verbindungen. Auch die damalige Technische Universität Hamburg-Harburg rückte in den Fokus internationaler Medien. Atta hatte dort mehrere Jahre studiert.












