Forschung mit Dresdner Beteiligung
Ig-Nobelpreis: Warum Babys gut riechen und Teenager nicht
04.09.2026 – 18:00 UhrLesedauer: 2 Min.
Warum riechen Babys so gut und Teenager so schlecht? Ein Team mit Dresdner Beteiligung hat das erforscht – und dafür eine besondere Auszeichnung erhalten.
Ein internationales Forschungsteam hat in Zürich einen Ig-Nobelpreis für eine Studie über den Körpergeruch von Babys und Teenagern erhalten. An der war auch der Dresdner Forscher Thomas Hummel beteiligt. Der 67-Jährige ist Professor am Uniklinikum Carl Gustav Carus in Dresden, wo er das Interdisziplinäre Zentrum für Riechen und Schmecken leitet.
Geleitet wurde die Studie von der Psychologin Ilona Croy von der Universität Jena untersuchte, warum Eltern den Duft ihrer Babys dem Geruch ihrer Teenager vorziehen. Das Ergebnis: Babyduft löst im Gehirn der Eltern einen Fürsorge-Reflex aus. Teenagergeruch nicht.

Der Ig-Nobelpreis ist eine jährliche Auszeichnung für Forschung, die „erst zum Lachen, dann zum Nachdenken“ anregen soll. „Wissenschaft kann ja auch witzig sein“, sagte Croy der Nachrichtenagentur dpa, die in Dresden promoviert hat. „Es ist schön, wenn man dafür ausgezeichnet wird.“
Die Verleihung fand am Mittwoch erstmals nicht in den USA, sondern in der Schweiz statt. Hintergrund sei die politische Lage in den USA mit ihrer strikten Visumpolitik und brutalen Einsätzen der Einwanderungspolizei, hieß es.
Bei Babyduft schaltet das Gehirn auf Fürsorge
Für die Studie ließen die Forschenden Erwachsene an Düften von Babys und Teenagern riechen und scannten dabei deren Gehirn. Die Gerüche stammten von Baumwollstoffen, die Kinder über Nacht trugen – gewaschen mit neutraler Seife, gebettet in Wäsche ohne Duftstoffe.
Das Ergebnis fiel eindeutig aus: Eltern empfanden Babygerüche als angenehm und erkannten überdurchschnittlich oft sogar ihr eigenes Baby unter mehreren heraus. Teenagergerüche schnitten deutlich schlechter ab. „Je älter das Kind, desto schlechter empfindet man den Geruch“, sagte Croy. Der Grund liege nicht in mangelnder Hygiene, sondern in den Hormonen der Pubertät.
Neben Hummel und Croy waren auch die polnischen Forschenden Agnieszka Sorokowska und Tomasz Frackowiak an der Studie beteiligt.











