Verlockende Falle
Totalverlust droht: Diese Fonds stehen vor dem Aus
03.09.2026 – 12:17 UhrLesedauer: 3 Min.

Milliardärsanlage für alle? Was hinter den hochgelobten Eltifs steckt und warum Privatanleger bei solchen Fonds besonders vorsichtig sein sollten.
Immer wieder warnen Verbraucherschützer und die Bafin: Fonds ist nicht gleich Fonds. Während passive, breit gestreute ETFs wie der MSCI World als vergleichsweise sicher gelten, sieht es bei Spezial-ETFs, Eltifs oder Immobilienfonds oft anders aus. Diese Fonds unterscheiden sich nicht nur in ihrer Ausrichtung auf Branchen oder Länder, sondern auch bei den Kosten und Risiken.
Für Privatanleger ist es jedoch schwierig, den Überblick zu behalten. Jährlich kommen 250 bis 300 neue Fonds auf den deutschen Markt – darunter auch solche, die eher in die Kategorie „Unseriös“ fallen. Zwei Beispiele zeigen, wie riskant solche Investments sein können und worauf Sie achten sollten, um nicht in die Falle zu tappen.
Eltifs: Die „Milliardärs-Anlage“ für alle?
In den vergangenen Monaten sind sogenannte Eltifs (European Long-Term Investment Funds) in den Fokus gerückt. Diese Fonds versprechen, Privatanlegern Zugang zu Großprojekten wie Windparks, Datenzentren oder Krankenhäusern zu verschaffen – Investments, die sonst nur institutionellen Investoren vorbehalten sind. In Anzeigen wurden sie sogar als „Milliardärs-Anlage für alle“ beworben.
Das Konzept klingt verlockend: Das Geld der Anleger fließt direkt in die Wirtschaft, etwa in Infrastrukturprojekte oder nicht börsennotierte Firmenbeteiligungen (Private Equity). Doch die Realität sieht oft anders aus, wie das Beispiel eines gescheiterten Eltifs zeigt.
Grüner Fonds: Vom Hoffnungsträger zur Liquidation
Ein prominentes Beispiel für die Risiken von Eltifs ist der „Hep Solar Invest Eltif“. Dieser Fonds, der in erneuerbare Energien investieren sollte, wurde mit einer Laufzeit von 99 Jahren und einer jährlichen Rendite von 15,3 Prozent beworben – bei angeblich geringem bis mittlerem Risiko. Doch schon nach einem Jahr wurde der Fonds liquidiert. Statt der geplanten 50 Millionen Euro sammelte er nur 0,6 Millionen Euro ein. Offenbar glaubten Anleger nicht an die hochgesteckten Renditeversprechen.
Die Rückabwicklung des Fonds wirft weitere Fragen auf. Laut der Plattform investmentcheck.de warten Anleger, die in andere Produkte wie den „Hep Opportunity“ 1 und 2 des Initiators Hep Kapitalverwaltung AG investiert haben, noch immer auf Rückzahlungen und Zinsen in Höhe von rund 10 Millionen Euro. Hep beruft sich auf eine „vorinsolvenzliche Durchsetzungssperre“ – eine Regelung, die Rückzahlungen verhindern soll, wenn diese das Unternehmen in die Insolvenz treiben würden. Für die Betroffenen bedeutet das: Ihr Geld bleibt vorerst blockiert.
Immobilienfonds: Wenn der Markt kippt
Auch offene Immobilienfonds, die lange als sichere Anlage galten, sind nicht vor Problemen gefeit. Ein Beispiel ist der „Leading Cities Invest“, der von der KanAm Grund Kapitalverwaltungsgesellschaft verwaltet wurde. Ende Juni 2026 wurde der Fonds aufgelöst, nachdem Anleger massiv Kapital abgezogen hatten. Gründe dafür waren unter anderem die Konkurrenz durch besser verzinste Alternativen wie Festgeld und Anleihen sowie steigende Zinsen, die die Finanzierungskosten für Immobilien in die Höhe trieben.












