Mehr als 40 Milliarden Dollar
So baute Klaus-Michael Kühne sein gewaltiges Vermögen auf
24.08.2026 – 12:43 UhrLesedauer: 2 Min.
Klaus-Michael Kühne erbte keinen fertigen Weltkonzern, begann aber auch nicht bei null. Aus dem Familienunternehmen machte er einen globalen Logistikriesen
Klaus-Michael Kühne gehörte zu den reichsten Menschen der Welt. In der „Forbes“-Jahresliste vom März 2026 wurde sein Vermögen auf 41,9 Milliarden Dollar geschätzt. Der Hamburger Unternehmer, der in der Nacht zu Montag im Alter von 89 Jahren starb, verdankte diesen Reichtum vor allem einem Familienunternehmen – und dem konsequenten Ausbau eines internationalen Beteiligungsimperiums.
Ein klassischer Selfmade-Milliardär war Kühne nicht. Sein Großvater August Kühne hatte Kühne+Nagel 1890 gemeinsam mit Friedrich Nagel in Bremen gegründet. Kühnes Vater Alfred führte das Unternehmen in zweiter Generation weiter.
Nach einer kaufmännischen Ausbildung trat Klaus-Michael Kühne Anfang der 1960er-Jahre in den Betrieb ein. 1963 wurde er persönlich haftender Gesellschafter, drei Jahre später übernahm er mit 29 Jahren den Vorsitz der Geschäftsleitung.
- Elbtower, HSV, NS-Erbe: Die vielen Gesichter des Klaus-Michael Kühne
Aus der Spedition wird ein Weltkonzern
Kühnes entscheidende Leistung bestand in der Internationalisierung. Unter seiner Führung baute Kühne+Nagel ein weltweites Netz für See-, Luft- und Landtransporte auf. Der Konzern ist heute an rund 1.300 Standorten in etwa 100 Ländern vertreten und bedient nach Angaben der Kühne Holding rund 400.000 Kunden.
Kühne zog sich später aus dem operativen Geschäft zurück, blieb aber Mehrheitsaktionär und Ehrenpräsident. Die Mehrheit an Kühne+Nagel bündelte er in seiner privaten Holding. Sie wurde zur finanziellen Basis für weitere Großinvestitionen.
Hapag-Lloyd wird zur Milliardenmaschine
2009 stieg Kühne bei der Hamburger Reederei Hapag-Lloyd ein. Seine Holding baute den Anteil später auf 30 Prozent aus. Besonders während und nach der Corona-Pandemie schossen die Frachtraten und Gewinne der Containerreedereien in die Höhe.

Nach Berechnungen der Finanznachrichtenagentur Bloomberg, über die die ARD 2025 berichtete, erhielt Kühne in wenigen Jahren rund 8,56 Milliarden Euro an Dividenden. Einen großen Anteil daran hatten die Ausschüttungen von Hapag-Lloyd. Dieses Geld nutzte Kühne, um sein Firmenreich weiter auszubauen.
Seit 2022 investierte er in die Lufthansa. Im Frühjahr 2026 stockte die Holding ihren Anteil auf 20 Prozent auf und war damit mit Abstand größte Einzelaktionärin. Weitere große Beteiligungen bestehen an Brenntag, Aenova, Flix und Ottobock. Zum Portfolio gehören außerdem Immobilien und Luxushotels wie „The Fontenay“ in Hamburg.











