Tornados treffen zwei Regionen
Ortschaften verwüstet – „Überraschung war groß“
Aktualisiert am 20.08.2026 – 15:46 UhrLesedauer: 3 Min.

Schwere Unwetter ziehen über Deutschland hinweg, es gibt eine Tote und mehrere Verletzte. Insbesondere ein Ereignis hat der Deutsche Wetterdienst nicht kommen sehen.
Es sei „Horror pur“ gewesen, schilderte eine Augenzeugin in Fürstenwalde dem Sender RBB. Binnen weniger Momente hat ein Tornado in der 30.000-Einwohner-Stadt an der Spree am Mittwochabend zahlreiche Häuser beschädigt, Bäume umgerissen und Chaos ausgelöst. Zwei Personen wurden verletzt, darunter ein 18-Jähriger, der in seinem Auto von einem umstürzenden Baum getroffen worden war. Eine Warnung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) gab es nicht. „Das hat alle überrascht“, schilderte der Fürstenwalder Bürgermeister der Deutschen Presse-Agentur (dpa).
Eine DWD-Sprecherin sagte der „Märkischen Allgemeinen Zeitung“ am Mittwochabend, kurz nachdem der Tornado aufgetreten war: „Das kann eigentlich nicht sein.“ Die Wetterlage gebe einen Tornado nicht her. Auf Anfrage von t-online rechtfertigte sich die Wetterbehörde nun. Meteorologe Tobias Reinartz teilte mit, die „Windscherung, ein zentraler, notwendiger Punkt bei der Entstehung eines Tornados“, sei „eigentlich recht gut“ gewesen. Aber: Der Energiegehalt der Luft war seinen Angaben zufolge nur schwach ausgeprägt.
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Unwetter in Deutschland: Tornado überrascht DWD
Dazu komme, dass sich Tornados meistens unterhalb kräftigerer Schauer oder Gewitter entwickelten, „was in diesem Fall allerdings nicht zutraf“, so der Meteorologe. Der Tornado in Fürstenwalde habe sich an einem unscheinbaren, schwachen Schauer gebildet – eine Gewitterwarnung habe es dementsprechend nicht gegeben. „Die Überraschung war entsprechend groß, als die Tornadomeldung aus dieser Region einging“, berichtete Reinartz. „Im Nachgang ist man natürlich immer schlauer.“
Größere Gefahren hatte der DWD für die Mitte Deutschlands prognostiziert – und dort auch amtliche Warnungen herausgegeben, die sich bestätigten. In Osthessen wütete ein weiterer Tornado und riss alles mit sich. „Alles hat sich gedreht, das Zeug flog hoch“, schilderte ein Augenzeuge aus Solms im Lahn-Dill-Kreis der dpa. „Ich habe mich am Geländer festgehalten, um nicht wegzufliegen.“ Die Wetzlarer Feuerwehr berichtete, allein im Stadtteil Münchholzhausen seien rund 60 Häuser beschädigt worden. Teilweise seien Dachteile bis zu 100 Meter weit geflogen.
Im Video | Tornado fegt durch Deutschland
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