Ermittlungen gegen Politiker
Hotel verwüstet: Oberbürgermeister schweigt – und taucht ab
Aktualisiert am 20.08.2026 – 18:20 UhrLesedauer: 2 Min.
Freibergs Oberbürgermeister ist nach einem Polizeieinsatz in Leipzig abgetaucht. Das Rathaus ist im Krisenmodus.
Nach einem Polizeieinsatz wegen ihres Oberbürgermeisters ringt die sächsische Stadt Freiberg um einen Umgang mit der Krise. Eine Sondersitzung des Stadtrates hat keine neuen Erkenntnisse zu dem Vorfall gebracht. Es könnten keine Details zu den Vorgängen in Leipzig und dem Ermittlungsverfahren genannt werden, sagte der Leiter der Kommunalaufsicht im Landratsamt, Conrad Wolowski. Bisher habe man keinen Kontakt zu Philipp Preißler. Und er sei trotz des Dienstverbots weiter Oberbürgermeister von Freiberg.
Rückblende: Am 6. August wurde die Polizei in Leipzig zu einem Hotel in der belebten Innenstadt gerufen. Am helllichten Tag randalierte dort ein Mann und warf Teile des Interieurs aus dem Fenster. Als die Polizei eingriff, verletzte er zwei Beamte. Daraufhin wurde der Mann zur medizinischen Behandlung ins Krankenhaus gebracht. Ermittelt wird nun wegen Sachbeschädigung und Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte.
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Später wird bekannt: Bei dem Randalierer soll es sich um Freibergs Oberbürgermeister Philipp Preißler von den Freien Wählern handeln. Der ist seither abgetaucht.
Polizei schweigt zum Stand der Ermittlungen
Zum aktuellen Stand der Ermittlungen sagt die Polizei auf Anfrage nichts – auch nicht, ob die angeordnete Blutprobe ergeben hat, ob der Randalierer bei dem Vorfall unter Einfluss von Alkohol oder Drogen stand. Preißler selbst hat sich bislang nicht zu dem Vorfall geäußert.
Der 41-Jährige war zuvor Büroleiter von Oberbürgermeister Sven Krüger (parteilos). Als der an die Spitze des Landratsamtes wechselte, ergriff Preißler selbst die Chance auf den Chefsessel im Rathaus. Vergangenen Herbst entschied er als Kandidat der Freien Wähler die Wahl in der zweiten Runde mit knapp 46 Prozent der Stimmen für sich. Doch bis zum Amtsantritt musste er sich wegen einer Anfechtung der Wahl noch etliche Monate gedulden.












