Nach Dürresommer
Trotz schwacher Ernte: Selbstversorgung ist gesichert
Aktualisiert am 18.08.2026 – 12:26 UhrLesedauer: 3 Min.
Die Ernte auf deutschen Feldern fällt schwach aus. Bauernpräsident Joachim Rukwied verlangt deshalb eine sofortige Senkung der Dieselsteuer.
Die deutschen Landwirte haben wegen der langen Trockenheit und Hitze in diesem Sommer eine insgesamt deutlich kleinere Ernte eingefahren. Der Deutsche Bauernverband bezifferte die Getreidemenge bei der Vorstellung seiner Erntebilanz am Dienstag auf 41,9 Millionen Tonnen – sieben Prozent weniger als die 45 Millionen Tonnen des Vorjahres. Trotzdem dürfte die Ernte den deutschen Getreidebedarf von rund 40 Millionen Tonnen pro Jahr knapp decken – der Selbstversorgungsgrad lag zu Jahresbeginn bei rund 100 Prozent.
Auf den Feldern zeigten sich enorme regionale Unterschiede. „Insbesondere in Süd- und Westdeutschland haben fehlende Niederschläge zu schwachen Erträgen bis hin zu Missernten bei einzelnen Kulturen geführt“, sagte Bauernpräsident Joachim Rukwied. Grund seien ein zu trockenes Frühjahr sowie eine Hitzewelle in der zweiten Junihälfte gewesen. Der Standort habe in diesem Jahr über den Ernteertrag entschieden wie selten zuvor.
Einbußen zeigten sich demnach unter anderem bei Winterweizen und Winterraps, bei denen Schädlinge Schäden verursachten. Bei Kartoffeln zeichne sich ein mittleres bis unterdurchschnittliches Ergebnis ab. Regional gebe es zudem Probleme bei Gras und Silomais als Tierfutter.
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Verband fordert Soforthilfen
Angesichts der angespannten Lage vieler Höfe forderte der Bauernverband sofortige Finanzhilfen von der Bundesregierung. „Unsere Betriebe brauchen aktuell Saatgut und Diesel, später Dünge- und Pflanzenschutzmittel“, sagte Rukwied. Ohne die nötige Liquidität könnten die Höfe die nächste Ernte nicht finanzieren.

Rukwied hatte bereits im Vorfeld drei zentrale Forderungen im Interview mit RTL und n-tv genannt: eine Aufstockung der EU-Düngemittelhilfe von 60 auf bis zu 180 Millionen Euro, deren Auszahlung bereits im September sowie das Vorziehen der EU-Direktzahlungen – der jährlichen Agrarprämien – von Dezember auf Oktober. Zudem verlangte er „eine sofortige Reduktion bei der Besteuerung von Diesel, und zwar bis mindestens Ende November“. Rukwied bezeichnete die wirtschaftliche Lage der Branche als „brutal angespannt“.
Rukwieds Forderung nach niedrigeren Dieselsteuern steht allerdings in der Kritik. Schleswig-Holsteins Umweltminister Tobias Goldschmidt (Grüne) hatte argumentiert, die heutigen Diesel-Emissionen seien die Ursache für künftige Dürren und Ernteausfälle. Rukwied wies das im Frühstart-Interview zurück: „Wir sind die Berufsgruppe, die die Klimaziele, auch was Reduktion anbelangt, erreicht, eher übertroffen hat“, sagte er. Für große Erntemaschinen wie Mähdrescher und Traktoren gebe es aber weiterhin keine Alternative zum Dieselantrieb.












