Sicherheitsexperten schlagen Alarm
Neun Betrugsnachrichten pro Tag – Tendenz steigend
18.08.2026 – 11:05 UhrLesedauer: 4 Min.

Online-Abzocke ist für viele längst Alltag. Warum selbst aufmerksame Verbraucher nicht jeden Betrug rechtzeitig durchschauen können.
Online- und Anlagebetrug nehmen in Deutschland weiter zu. Davor warnt das IT-Unternehmen McAfee – nicht ohne Eigeninteresse, denn das Unternehmen verkauft Sicherheitssoftware und Cloud-Lösungen, die weltweit von Millionen Menschen und Unternehmen genutzt werden. Doch die Bedrohung durch Onlinebetrug wächst – und damit auch der Bedarf an wirksamem Schutz.
Im Schnitt erreichen Verbraucherinnen und Verbraucher täglich neun betrügerische Nachrichten auf dem Smartphone, per E-Mail oder über Messenger-Dienste. Betrugsversuche gehören inzwischen für viele zum digitalen Alltag. Gleichzeitig überschätzen viele ihre Fähigkeit, moderne Betrugsmaschen zu erkennen. Und durch Künstliche Intelligenz können Kriminelle ihre Nachrichten und Webseiten immer überzeugender gestalten.
Onlinebetrug trifft viele – manche sogar mehrfach
Für eine McAfee-Umfrage wurden mehr als 7.500 Erwachsene ab 18 Jahren in sieben Ländern befragt, darunter Deutschland, die USA, Indien, Großbritannien und Frankreich. Laut Studie haben 72 Prozent der Deutschen bereits Erfahrungen mit Onlinebetrug gemacht. Fast jeder Achte, also zwölf Prozent, ist bereits mit sogenanntem Krypto-Anlagebetrug in Kontakt gekommen.
Dabei zeigt sich: Betrugsmaschen treffen nicht nur bestimmte Altersgruppen oder Menschen mit geringerer Digitalkompetenz. Die Gefahr zieht sich durch alle Bevölkerungsschichten.
Eine Gruppe gerät allerdings besonders in den Fokus: Bei sogenanntem Cybertrading-Betrug haben Kriminelle gerade bei der Generation Z vergleichsweise leichtes Spiel. Weniger als die Hälfte der Gen Z, nämlich 45 Prozent, erkennt unrealistisch hohe Renditeversprechen in E-Mails, SMS oder Messenger-Chats direkt als Täuschungsversuch.
Die globale McAfee-Studie zeigt außerdem, dass jüngere Erwachsene deutlich häufiger mehrfach Opfer von Betrugsmaschen werden. Von den 25- bis 34-Jährigen berichten 30 Prozent von wiederholten Vorfällen, bei den 18- bis 24-Jährigen sind es 28 Prozent. Unter den 55- bis 64-Jährigen liegt der Anteil dagegen bei elf Prozent.
Klassische Warnsignale reichen nicht mehr aus
Betrugsopfern drohen nicht nur anhaltende emotionale Belastungen, sondern auch Identitätsdiebstahl und erhebliche finanzielle Verluste. Laut dem Report „State of Scams Germany 2026“, den Worldline gemeinsam mit der Global Anti-Scam Alliance (Gasa) erstellt hat, beträgt der durchschnittliche Schaden 2.619 Euro pro Opfer. Für die Studie wurden 2.550 Erwachsene in Deutschland befragt.
Trotzdem wissen viele nicht genau, wie sie sich wirksam vor Onlinebetrug schützen können – oder sie vertrauen darauf, moderne Betrugsmaschen selbst zu erkennen. Laut Worldline-Studie sind 57 Prozent der Befragten überzeugt, Betrugsversuche zuverlässig identifizieren zu können.
Die Vorgehensweise von Betrügern ist jedoch komplex. Der Studie zufolge verlassen sich viele auf Warnsignale, die moderne Betrugsmaschen längst umgehen können. So achten 50 Prozent vor allem auf Rechtschreib- oder Grammatikfehler. Deutlich weniger prüfen unabhängige Bewertungen (34 Prozent), achten auf sichere und rückbuchbare Zahlungsmethoden wie Kreditkarte oder PayPal (24 Prozent) oder kontaktieren den vermeintlichen Absender direkt (elf Prozent).










