Erster CSD nach Berlin-Anschlag
„Natürlich hat man Angst“: Hamburg zeigt jetzt erst recht Flagge
01.08.2026 – 14:42 UhrLesedauer: 2 Min.
Es ist der erste CSD nach dem islamistischen Anschlag in Berlin: Am Samstag ziehen rund 250.000 Menschen durch Hamburg. Sie wollen ganz bewusst Präsenz zeigen.
Der Anschlag am Rande des Berliner Christopher Street Day (CSD) ist auch eine Woche später in Hamburg allgegenwärtig. Die Polizei setzt doppelt so viele Kräfte wie im vergangenen Jahr ein. Technische Sperren sollen vor Fahrzeugangriffen schützen.
Wie beeinflusst der Anschlag das Sicherheitsgefühl der rund 250.000 erwarteten Teilnehmerinnen und Teilnehmer? Die Hamburger Regionalredaktion von t-online hat sich auf dem CSD umgehört.
„Natürlich hat man ein bisschen Angst“
Besucherin Kimberly spricht offen über ihre Bedenken. Sie räumt ein, dass sie mit einem unguten Gefühl zum CSD gekommen ist. Sie sagt: „Sicherheit ist wichtig, aber es kann nicht sein, dass irgendwelche Islamisten oder Rechten uns vorschreiben, wie wir zu leben haben.“ Von einer Teilnahme abhalten lassen wolle sie sich nicht. Es sei wichtig, ein Zeichen zu setzen und „diejenigen nicht gewinnen zu lassen“.
Auch Janne und Sarah haben vor dem Besuch über ihre Sicherheit nachgedacht. Sie sagen: „Natürlich hat man ein bisschen Angst, dass hier etwas Ähnliches passiert und Menschen verletzt werden. Man hat schon ein mulmiges Gefühl.“ Gerade deshalb sei es nun umso wichtiger, nach Hamburg zu kommen und für die eigenen Rechte einzustehen.
Anschlag in Berlin schweißt Gemeinschaft zusammen
Leo und Mona teilen diese Haltung. Sie sagen: „Wir finden es total wichtig, dass man sich davon nicht einschüchtern lässt, weil das genau das wäre, was diejenigen erreichen wollen.“ Der Anschlag zeige erneut, wie wichtig Sichtbarkeit sei. Zugleich schweiße das Erlebte die Gemeinschaft zusammen.

Dragqueen Lola Del Fierce hat in der vergangenen Woche am Berliner CSD teilgenommen. Nach dem Anschlag denke sie stärker über ihre Sicherheit nach. Trotzdem fühle sie sich in Hamburg nicht eingeschüchtert.













