130 Millionen im Gespräch
Betreiber von Giftmülllager insolvent – muss der Staat zahlen?
30.07.2026 – 13:18 UhrLesedauer: 2 Min.
Unter der Erde in Sachsen-Anhalt werden schwer zu entsorgende Abfälle gelagert. Der Betreiber der Grube Teutschenthal hat nun Insolvenz angemeldet.
Die Betreiber des ehemaligen Kali- und Salzbergwerks Grube Teutschenthal hat Insolvenz angemeldet. Das berichten die „Mitteldeutsche Zeitung“ und der MDR übereinstimmend. Der Insolvenzverwalter Lucas Flöther sagte dem MDR, dass der Geschäftsbetrieb trotzdem weitergehen kann, die rund 100 Mitarbeiter erhalten ihre Löhne und Gehälter bis September über das Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit.
In der Grube Teutschenthal werden von der GTS – Grube Teutschenthal Sicherungs GmbH & Co. KG mineralische Abfälle behandelt und gelagert. Das geschieht auch, um die Hohlräume zu befüllen, die durch die Bergbautätigkeiten im ehemaligen Kali- und Steinsalzbergwerk entstanden sind. Ansonsten drohen Einstürze oder Erdrutsche. Die GTS ist seit 2008 eine Tochterfirma der im Allgäu ansässigen Geiger Gruppe, die sich unter anderem auf Mineralstoffbehandlung spezialisiert hat.
Altes Bergwerk in der Insolvenz: Muss der Steuerzahler zahlen?
Sollte die GTS den Geschäftsbetrieb aufgeben, müsste das Land Sachsen-Anhalt die Aufgabe der Grubensicherung übernehmen. Nach Angaben der „Mitteldeutschen Zeitung“ würde das dem Land 130 Millionen Euro kosten.
Zuvor hatte es zwischen Land und Grubenbetreiber dem Bericht zufolge Streit um die Landesbeteiligung an diesen Kosten gegeben – die GTS habe um finanzielle Unterstützung gebeten. Dem MDR sagte das Wirtschaftsministerium des Landes Sachsen-Anhalt, dass die Verhandlungen diesbezüglich noch nicht abgeschlossen seien. Auch der Insolvenzverwalter sagte dem Portal, dass es jetzt „gute Gespräche“ mit dem Land gebe.
Weshalb es zur Insolvenz gekommen ist, war zunächst nicht bekannt. Die Geschichte der Grube Teutschenthal geht über 100 Jahre zurück, als im Jahr 1905 das erste Kaliwerk gegründet wurde. Ab 1965 wurde dort auch Speise- und Industriesalz gewonnen. Die Bergwerktätigkeiten wurden aus wirtschaftlichen Gründen in den 1980er Jahren eingestellt, seitdem muss die Grube gesichert werden.











