Playoffs um den Titel bei den Frauen?
Revolution in der Bundesliga bahnt sich an
28.07.2026 – 21:36 UhrLesedauer: 3 Min.
Kurze Laufzeit, Abschaffung des Montags-Spieltags und Konferenz-Schaltungen: Der neue Ligaverband denkt bei der Rechte-Vermarktung über ungewöhnliche Details nach.
Die Frauen-Bundesliga (FBL) steht vor ihrer ersten großen Herausforderung seit dem Abschied vom Deutschen Fußball-Bund (DFB). Der erst im Dezember gegründete Ligaverband muss eigenständig neue TV-Verträge aushandeln. Dabei geht die FBL ungewöhnliche Wege, hat neue Ideen entwickelt und erwägt sogar die Einführung von Playoffs.
Spätestens seit dem Grundlagenvertrag Ende Mai ist die FBL bei vielen Dingen eigenverantwortlich. Der Ligaverband muss und will nun die Medienrechte ab der Saison 2027/28 selbst ausschreiben, was bisher der DFB mit dem Vermarktungsexperten Holger Blask tat. Da der zuletzt erhoffte Bundesliga-Boom ausgeblieben und das Interesse an der Liga im Vergleich zum Frauen-Nationalteam gering ist, steht die FBL vor einem schwierigen Unterfangen.
Ungewöhnlich kurze Laufzeit geplant
FBL-Präsidentin Katharina Kiel hat nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur zuletzt Sendern und Medienunternehmen verschiedene Ideen präsentiert. Unterstützt wurde sie dabei vom Rechte-Experten Christian Frodl, der früher bei der DFL und beim Pay-TV-Sender Sky tätig war. Zudem gab es eine Sitzung mit den Vereinen, bei welcher der ehemalige DFL-Boss Christian Seifert seine Expertise einbrachte.

Als sicher gilt, dass die neuen TV-Verträge nur über zwei Jahre laufen sollen. Das ist ungewöhnlich, da derzeit mindestens drei Jahre üblich sind. Und TV-Unternehmen und Sender bevorzugen wegen der Planungssicherheit längere Kontrakte.
Abschaffung des Montags-Spieltages?
Nach derzeitiger Planung gibt es mehrere mögliche Modelle, die als klassisch und innovativ bezeichnet werden können. Zur Diskussion stehen unter anderem die Abschaffung des Montags-Spieltages, mehrere parallele Partien für eine Konferenzschaltung oder Playoffs um den Titel, wie sie im Basketball oder im Eishockey üblich sind.
Eine Entscheidung ist aber nach Angaben des Vorstandsvorsitzenden des FC Bayern München, Jan-Christian Dreesen, noch nicht gefallen. „Es wurden verschiedene Modelle besprochen – unter anderem auch die Frage von Playoffs. Aber entschieden ist nichts“, sagte der 58-Jährige bei einer Veranstaltung im PresseClub München. Er selbst sei eher Traditionalist und der Meinung, dass der Tabellenführer am Ende der Saison auch Meister sein solle.

Außerdem gibt es die Idee einer gemeinsamen Vermarktung mit der Männer-Bundesliga ab 2029/30. „Wir stellen das Medienprodukt der Frauen-Bundesliga für die Zeit ab 2027/28 neu auf und beziehen dabei frühzeitig die Perspektive von Sendern und Plattformen ein“, sagte eine FBL-Sprecherin auf dpa-Anfrage. „Die konkreten Inhalte der Ausschreibung geben wir Anfang September bekannt.“ Ursprünglich wollte der DFB die Ausschreibung schon im Frühjahr starten. Wegen des Streits mit den Frauen-Bundesligisten stoppte Blask das Verfahren.











