Forscher machen überraschende Entdeckung
Warum Krebs bei Jüngeren immer häufiger wird
22.07.2026 – 16:11 UhrLesedauer: 3 Min.

Immer mehr Menschen erkranken bereits vor dem 55. Lebensjahr an Krebs. Forscher haben nun einen möglichen Grund entdeckt, der auf einer grundlegenden Veränderung des gesamten Körpers beruht.
Krebs gilt eigentlich als Erkrankung des höheren Alters. Doch seit Jahren beobachten Wissenschaftler weltweit einen gegenläufigen Trend: Darmkrebs, Gebärmutterkrebs und einige andere Krebsarten treten immer häufiger auch bei jüngeren Erwachsenen auf.
Warum das so ist, war bislang weitgehend unklar. Eine jetzt im Fachjournal „Nature Medicine“ veröffentlichte Studie aus den USA liefert einen neuen Erklärungsansatz. Demnach scheint der Körper vieler jüngerer Generationen biologisch schneller zu altern als der früherer Jahrgänge – und genau das könnte das Krebsrisiko erhöhen.
Körper jüngerer Generationen altern offenbar schneller
Für die Studie analysierte ein Forschungsteam der Washington University School of Medicine (USA) die Gesundheitsdaten von mehr als 154.000 Erwachsenen aus der britischen Datenbank „UK Biobank“ sowie von über 10.000 Teilnehmern des US-Forschungsprogramms „All of Us“.
Die Wissenschaftler interessierte dabei nicht nur das tatsächliche Alter der Teilnehmer, sondern vor allem ihr biologisches Alter. Es beschreibt, wie alt der Körper aufgrund verschiedener Blutwerte und anderer biologischer Merkmale wie des Blutdrucks oder der Lungenfunktion ist. Das biologische Alter kann vom chronologischen Alter, also den gelebten Lebensjahren, abweichen. Die Autoren bezeichnen diese Abweichung als Alterslücke.
Dabei zeigte sich ein deutlicher Generationeneffekt: Menschen, die zwischen 1965 und 1974 geboren wurden (Generation X), waren biologisch etwas älter als Personen der Geburtsjahrgänge 1950 bis 1954 (Babyboomer). In der US-Stichprobe zeigte sich dieser Trend noch ausgeprägter. Menschen, die zwischen 1990 und 1999 (Millennials und Gen Z) geboren wurden, wiesen im Durchschnitt deutlich stärkere Anzeichen einer beschleunigten biologischen Alterung auf als Menschen der Jahrgänge 1965 bis 1969.
Größere Alterslücken stehen mit Krebsrisiko in Verbindung
Die Analyse zeigt außerdem einen Zusammenhang der Alterslücke mit dem Krebsrisiko: Je älter der Körper im Vergleich zum tatsächlichen chronologischen Alter erschien, desto höher war das Risiko für bestimmte Krebsarten.
In Zahlen ausgedrückt, steigt bei den jüngeren Generationen dadurch das Risiko für sogenannte frühe solide Tumoren um acht Prozent. Besonders deutlich zeigte sich der Zusammenhang bei Lungenkrebs, Krebserkrankungen des Magen-Darm-Trakts und Gebärmutterkrebs.
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Menschen mit der stärksten biologischen Alterung hatten sogar ein um 15 Prozent höheres Risiko für eine frühe Krebserkrankung als diejenigen mit der geringsten biologischen Alterung. Dieser Zusammenhang blieb bestehen, selbst nachdem die Forschenden genetische Risikofaktoren berücksichtigt hatten.
Bestimmte Organe altern unterschiedlich schnell
Die Wissenschaftler untersuchten zudem Hinweise auf mögliche Ursachen. Ein biologisch stärker gealtertes Immunsystem ging mit einem höheren Risiko für frühen Lungenkrebs einher. Ein stärker gealtertes Fettgewebe stand mit einem erhöhten Darmkrebsrisiko in Verbindung.












