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Home » Jens Spahn und Leihmutterschaft: Seine Haltung ist bigott
Politik

Jens Spahn und Leihmutterschaft: Seine Haltung ist bigott

By zeit-heute.deJuli 16, 20262 Mins Read
Jens Spahn und Leihmutterschaft: Seine Haltung ist bigott
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Jens Spahn und sein Mann haben ein Kind mithilfe einer Leihmutter bekommen. Der CDU-Politiker, der Leihmutterschaft einst ablehnte, will daraus aber keine politischen Konsequenzen ziehen.

Jens Spahn ist jetzt Vater. Der CDU-Politiker ist schwul, mit einem Mann verheiratet. Das Kind des Paares hat eine Leihmutter in den USA auf die Welt gebracht. Persönlich darf man Spahn alles Gute wünschen. Politisch ist sein Verhalten bigott. Denn es steht im Widerspruch zur Linie seiner Partei – an der Spahn ganz offenkundig auch nichts ändern will.

Leihmutterschaft ist in Deutschland verboten. Und die CDU tritt vehement dafür ein, dass das so bleibt. Kinder sollen demnach nicht zur Ware werden, Frauenkörper nicht zum Handelsplatz. Dafür gibt es viele gute Gründe. Auch die altruistische, also nicht bezahlte Leihmutterschaft lehnt die CDU ab. Wenn eine Frau also zum Beispiel ein Kind für einen homosexuellen Freund oder eine unfruchtbare Verwandte austragen wollen würde, aus Liebe, ganz ohne Bezahlung.

Die CDU hat diese Haltung auf ihrem Bundesparteitag im Februar noch einmal bekräftigt. Sie hat da einen Antrag beschlossen, in dem es heißt: Leihmutterschaft bleibe in jeder Form verboten. Ausdrücklich werde so verhindert, dass „in Deutschland kommerzielle oder neutrale Modelle entstehen, die Leihmutterschaft zu einem Geschäftsmodell machen“.

Spahns „Demut“

Spahn und sein Mann müssen zu dem Zeitpunkt bereits einen Vertrag mit einer Leihmutter in den USA abgeschlossen haben. Auf dem Parteitag der CDU aber meldete sich Spahn zu dem Thema nicht zu Wort.

urn:newsml:dpa.com:20090101:260716-935-1484289Vergrößern des Bildes
Spahn (r.) mit Ehemann Daniel Funke: Sie sind seit 2017 verheiratet. (Quelle: Elisa Schu)

Früher äußerte Spahn sich sehr wohl zu dieser Frage. Zum Beispiel in seiner Zeit als Gesundheitsminister, als die FDP 2020 einen Vorstoß unternahm, die altruistische Leihmutterschaft zu legalisieren. Gefragt nach dem Blick des Ministers Spahn darauf, verteidigte sein Ministerium das damals wie heute geltende Verbot des Gesetzgebers – und begründete das unter anderem mit „besonderen Schwierigkeiten bei der Selbstfindung des Kindes“ sowie möglichen negativen Folgen für dessen Entwicklung.

Schon fünf Jahre zuvor schrieb Spahn im Männer-Magazin „GQ“: Als „schwuler Mann und Christ“ könne er sich nur „sehr schwer mit der Idee eines gemieteten Mutterbauchs“ anfreunden. Doch er ahnte offenbar schon da, dass er irgendwann in Konflikt mit seiner eigenen Linie, der der Partei sowie der Sicht des Gesetzgebers geraten könnte. Denn Spahn schrieb weiter: Es verlange ein „großes Maß an Demut“, zu akzeptieren, dass er nicht auf natürlichem Weg Vater werden könne. „Ob ich das aufbringen kann, weiß ich nicht.“

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