Trauer um „Mr. Filmfestival“
Ehemaliger Berlinale-Direktor Moritz de Hadeln ist tot
06.07.2026 – 19:44 UhrLesedauer: 2 Min.
Er leitete und prägte jahrzehntelang die internationalen Filmfestivals in Berlin, Locarno und Venedig. Nun ist Moritz de Hadeln mit 85 Jahren gestorben.
Moritz de Hadeln ist tot. Der Filmemacher starb am 4. Juli in der Schweiz, in einem Krankenhaus nahe seinem Wohnort Nyon. Das bestätigte sein Biograf Christian Jungen, Direktor des Zurich Film Festivals, dem US-Branchenmagazin „The Hollywood Reporter“. Demnach führten Komplikationen nach einem kürzlich vorgenommenen medizinischen Eingriff zum Tod Moritz de Hadelns. Er wurde 85 Jahre alt.
Der gebürtige Engländer lebte seit den Sechzigerjahren in der Schweiz, wo er 1969 mit seiner Ehefrau Erika das Dokumentarfilmfestival Nyon gründete. Von 1972 bis 1977 war er zudem Leiter des Internationalen Filmfestivals von Locarno sowie von 1980 bis 2001 der Internationalen Filmfestspiele Berlin und zwei Jahre lang Direktor der Internationalen Filmfestspiele Venedig.
„Er prägte die Landschaft des Weltkinos“
In der Branche wurde er „Mr. Filmfestival“ genannt und galt als einer „der einflussreichsten Persönlichkeiten der internationalen Filmkultur“, wie auf dem offiziellen Instagram-Account der Berlinale zum Tod von Moritz de Hadeln geschrieben wird. Er habe „mehr als drei Jahrzehnte lang die Landschaft des Weltkinos“ geprägt und das deutsche Festival „in einen der führenden Treffpunkte der globalen Filmindustrie“ verwandelt.
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„In einer Zeit tiefgreifender politischer Veränderungen förderte er den grenzüberschreitenden Dialog, stärkte das internationale Profil des Festivals und spielte eine Schlüsselrolle bei der Etablierung des European Film Market, der bis heute eine der wichtigsten Plattformen der Branche ist“, heißt es in dem Beitrag weiter.
Als leidenschaftlicher Verfechter des Kinos habe sich Moritz de Hadeln für den internationalen Austausch eingesetzt, Generationen von Filmemachern entdeckt und gefördert und fest daran geglaubt, dass die Kraft des Films Menschen über Kulturen und Perspektiven hinweg miteinander verbindet. „Sein Vermächtnis wird durch die unzähligen Filme, Künstler und Gemeinschaften, die er inspiriert hat, weiterleben.“
Moritz de Hadelns Karriere begann zunächst hinter der Kamera als Dokumentarfilmer und Fotograf. 1963 führte er bei seinem ersten Spielfilm „Le Pele“ Regie. Später arbeitete er als Cutter in Zürich und als Regieassistent bei den CCC-Filmstudios Berlin, bevor er sich den Festivals widmete. Er saß in zahlreichen internationalen Jurys und war Mitglied der Europäischen Filmakademie.











