Plötzlich bremst eine Polizeistreife den Bus aus. Die Sirene geht an. Fünf französische Polizisten betreten den Bus und verlangen die Sonderpapiere von jedem Fahrgast. Diese kontrollieren sie mit einem Scanner und entscheiden dann, wer aussteigen muss, weil er nicht zonenberechtigt ist. Der Busfahrer der Linie 1 versucht die Fassung zu wahren und wünscht einen schönen Tag. „Nur Mut“, ruft ein Polizist beim Aussteigen in Richtung Fahrerkabine.
Zugeklebte Mülleimer und 13.000 Polizisten
Während sich am Fuß der Berge von Évian die Autos an der engen Seeuferstraße stauen, ist Trumps Hubschrauber oben auf dem Berg auf dem Rasen vor dem luxuriösen „Hôtel Royal“ gelandet. Hier oben auf dem Berg sind er und die anderen Staats- und Regierungschefs geschützt vor Randalierern und möglichen Anschlägen. Umgeben von ohnehin verschlungenen und nun auch abgesperrten Pfaden und Hundertschaften von Sicherheitskräften. In dieser roten Zone sind alle Mülleimer und Container zugeklebt und verplombt, damit in ihnen keine Bomben platziert werden können.
Der G7-Gipfel verwandelt aber auch die ganze Region rund um Évian-les-Bains in eine Hochsicherheitszone. Die französische Regierung hat bis zum 17. Juni zwei Sicherheitsringe um Évian, Neuvecelle und Publier eingerichtet. Der Bahnhof von Évian bleibt während des Gipfels geschlossen, Zugverbindungen sind ausgesetzt. Für den Schutz der Staats- und Regierungschefs wurden mehr als 13.000 Polizisten im Departement Haute-Savoie mobilisiert, unterstützt von Soldaten, Zollbeamten, Feuerwehrkräften sowie einem Großaufgebot an Booten, Drohnen, Motorrad- und Hundestaffeln.
Auf dem Genfersee glitzert die Sonne den ganzen Tag über. Wo sonst hunderte Boote fahren, ist nur das glatte Wasser zu sehen. „Mit dem Schiff können wir auch nicht fahren“, sagt Hans am Hafen von Évian. Nur ein paar Sicherheitsboote patrouillieren hier. Die Fährverbindung nach Lausanne wurde vorübergehend eingestellt.
Die Erwartungen sind gering

Lohnt sich all dieser personelle und finanzielle Aufwand, der Hunderte Millionen Euro verschlingt? Vom G7-Gipfel jedenfalls erhoffen sich Hans und Marianne: „Nix.“ Es bringe doch kaum etwas, wenn sich Länder, die sich ohnehin in fast allem einig seien, auch noch treffen, um sich in ihren gemeinsamen Meinungen zu bestätigen, findet Hans. „Und Trump macht eh, was er will“, sagt er.












