Letzte Teile fachgerecht entsorgt
Telefonzellenfriedhof ist abgeräumt
16.06.2026 – 14:01 UhrLesedauer: 1 Min.
Aus Deutschland sind Stück für Stück die Telefonzellen verschwunden. Gesammelt wurden sie an einem Ort bei Berlin. Jetzt ist es auch mit dem vorbei.
Der deutschlandweit berühmte Telefonzellenfriedhof in Michendorf bei Berlin ist Geschichte: Wie der RBB berichtete, ist der Hof, auf dem zwischenzeitlich tausende Telefonzellen gesammelt wurden, mittlerweile komplett leer.
„Der bundesweite Rückbau der öffentlichen Telefone geht auf die Zielgerade“, zitierte der Sender Telekom-Sprecher Niels Hafenrichter. „Daher haben wir im Januar 2026 damit begonnen, den als Zwischenlager für abgebaute Telefonhäuschen genutzten Standort in Michendorf aufzulösen.“
In dem brandenburgischen 14.000-Einwohner-Ort befand sich das bundesweit einzige Zwischenlager dieser Art, um die aufgrund der immer weiter steigenden Handyverbreitung nutzlos gewordenen öffentlichen Fernsprecher zu sammeln. Zahlreiche Telefonzellen wurden von dort aus weitervermittelt und einem neuen Zweck zugeführt. Die meisten dieser recycelten Telefonhäuschen stehen nun als Bücherboxen in Deutschland herum, andere wurden zu Grillstationen, Mini-Tonstudios, Duschkabinen, Gewächshäusern oder Verkaufsständen.
Rund 4.000 unterschiedliche Telefonzellen – vom gelben Münzfernsprecher bis zum magentafarbenen Kartentelefon – wurden insgesamt seit 2013 aufbereitet und für etwa 550 Euro an Selbstabholer veräußert. Ende 2025 stellte die Telekom den Verkauf in Michendorf allerdings ein, obwohl das Interesse an weiteren Telefonzellen Berichten zufolge weiter hoch war. Die Kaufwünsche konnten jedoch kaum noch erfüllt werden, weil die übrig gebliebenen Häuschen zu stark demoliert waren.
Mittlerweile sind die letzten Teile der kaputten Telefonzellen fachgerecht entsorgt worden. Der Telefonzellenfriedhof ist abgeräumt.











