Ausgaben steigen stark
Krankenkassen fordern Verschärfung von Sparpaket
16.06.2026 – 15:11 UhrLesedauer: 2 Min.
Die Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen steigen stärker als gedacht. Das geplante Sparpaket reiche nicht mehr, warnen die Kassen, und fordern zusätzliche Sparmaßnahmen.
Die gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) dringen angesichts eines stärkeren Ausgabenanstiegs auf Nachsteuerungen beim geplanten Sparpaket der Bundesregierung für stabile Beiträge. „Es muss aufgestockt werden“, sagte der Chef des GKV-Spitzenverbands, Oliver Blatt, im brandenburgischen Kremmen. Dabei dürfe es aber keine Mehrbelastungen für Beitragszahler und die Patientinnen und Patienten geben. Schon jetzt sehen die Krankenkassen in den geplanten Belastungen der Beitragszahler eine Unwucht. Blatt machte deutlich, dass vor allem der Bund und die Pharmabranche dabei im Blick stehen sollten.
Was die Krankenkassen fordern
So fordern die Krankenkassen, dass der Bund die geplante Kürzung des regulären Bundeszuschusses rückgängig macht. Derzeit zahlt der Bund jedes Jahr 14,5 Milliarden Euro an die Krankenkassen. Diesen Zuschlag will die Bundesregierung im kommenden Jahr jedoch um zwei Milliarden Euro kürzen.
Zudem fordern die Krankenkassen vom Bund die vollständige Übernahme der Gesundheitskosten für Bürgergeld-Empfänger. Die bislang gezahlte Pauschale von 144 Euro je Bürgergeld-Empfänger sei nicht ausreichend.
Durch eine hohe Ausgabendynamik im ersten Quartal 2026 müsse unbedingt an der Reform festgehalten werden, auch wenn es allen Beteiligten wehtue, sagte Blatt. Die Leistungsausgaben seien zwischen Januar und Ende März um acht Prozent gestiegen und damit stärker als angenommen. Kostentreiber seien erneut die großen Ausgabenblöcke für Klinikbehandlungen (plus 9,4 Prozent), Arzneimittel (6,4 Prozent) und Behandlungen in Praxen (7,3 Prozent) gewesen.
| Leistungsbereich | Veränderungsrate je Versicherten 1. Quartal 2026 |
|---|---|
| Krankenhausbehandlung | + 9,40 % |
| Arzneimittel | + 6,42 % |
| Ärztliche Behandlung | + 7,32 % |
| Krankengeld | + 6,82 % |
| Zahnärztliche Behandlung (ohne Zahnersatz) | + 5,96 % |
| Heilmittel | + 10,23 % |
| Hilfsmittel | + 4,64 % |
| Medizinische Behandlungspflege und häusliche Krankenpflege | + 11,26 % |
| Leistungsausgaben insgesamt | + 8,01 % |
Größere Lücke 2027 schon im Blick
Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) hat bereits angekündigt, dass das Sparziel im geplanten Gesetz angehoben werden soll, um im nächsten Jahr höhere Beiträge zu verhindern. Denn sie erwartet, dass sich die Lücke 2027 um 3,5 Milliarden Euro auf 18,8 Milliarden Euro vergrößert. Der vom Kabinett auf den Weg gebrachte Entwurf deckt jedoch nur 16,3 Milliarden Euro ab. Für – mindestens – 2,5 Milliarden Euro muss also jetzt noch eine Lösung gefunden werden, wenn auch wieder ein Sicherheitspuffer für Unwägbarkeiten vorgehalten werden soll.











