Naturschutzgebiet Boberger Niederung
Krebserregende Giftstoffe im Boden: Sanierung geht voran
10.06.2026 – 20:02 UhrLesedauer: 2 Min.
Der Grenzwert ist teilweise um das 700-fache überschritten: Rund 1,6 Hektar sind in einem Hamburger Naturschutzgebiet mit Giftstoffen belastet. Der gesamte Boden muss ausgetauscht werden.
Die Sanierung des seit Jahrzehnten mit Dioxin belasteten Bodens im Naturschutzgebiet Boberger Niederung im Hamburger Osten geht voran. Das erklärte Umweltsenatorin Katharina Fegebank (Grüne) bei einem Ortstermin. „Mit dem vollständigen Bodenaustausch entfernen wir die Altlasten an dieser Stelle konsequent und geben den Hamburgerinnen und Hamburgern ein Stück gesunde, unbeschwerte Stadtnatur zurück“, sagte sie.
Umweltgift 2018 bei Routineuntersuchung entdeckt
Das Umweltgift war 2018 in einer routinemäßig entnommenen Bodenprobe entdeckt worden. Die Behörde vermutet, dass es aus der Pflanzenschutzmittelproduktion des bis 1984 in Moorfleet ansässigen Chemieunternehmens Boehringer Ingelheim stammt. Die möglichen Abfallstoffe sind den Angaben zufolge wohl in den 1960er Jahren in den Boden gelangt.
Seit Ende 2025 wird die massive, aber lokal begrenzte Dioxinbelastung im nördlichen Bereich des Naturschutzgebietes Boberger Niederung saniert. Betroffen sei eine etwa rund 1,6 Hektar große Fläche – das entspricht etwa zwei Fußballfeldern – und dort vor allem der oberste Meter des Bodens im östlichen Teil einer Böschung. Der Austausch des kompletten Bodens und die Renaturierung soll bis Ende 2027 abgeschlossen sein.

Der Dioxin-Grenzwert bei den Bodenproben war teilweise um das 700-fache überschritten. Daraufhin wurde der Bereich im Norden des Naturschutzgebietes im Stadtteil Lohbrügge abgesperrt. Früheren Angaben der Umweltbehörde zufolge kostet die Sanierung rund 8,5 Millionen Euro. 3,75 Millionen Euro davon zahlt die Firma C.H. Boehringer Sohn AG & Co KG.
Giftstoffe können Krebs auslösen
Dioxine entstehen nach Angaben des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit meist als unerwünschte Nebenprodukte bei Verbrennungsprozessen. Die durch einen Chemieunfall in Seveso bei Mailand im Jahr 1976 bekannt gewordenen Giftstoffe gelten als krebserregend und können die Entwicklung von ungeborenen Kindern und Säuglingen stören.










