Streit über Energieversorgung
Grüne: Reiche trickst bei Gasvorkommen
05.06.2026 – 06:55 UhrLesedauer: 2 Min.
Die Gasvorräte in Deutschland sinken. Die Grünen warnen nun die Bundesregierung vor einer Fehleinschätzung.
Die Grünen dämpfen die Hoffnung der Bundesregierung, mit Gasförderung in Deutschland das Energieangebot auszuweiten. Heimische Reserven würden nicht einmal den Verbrauch von fünf Monaten decken, sagte Lisa Badum, Sprecherin der Grünen-Fraktion für Klimapolitik. Das geht aus einer Anfrage der Abgeordneten an die Bundesregierung heraus.
Darin verweist das Bundeswirtschaftsministerium auf die jährlich vom niedersächsischen Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) berichteten „geschätzten sicheren und wahrscheinlichen Reserven … in Deutschland“. Zum Stichtag 1. Januar 2025 hätten sich diese Reserven auf umgerechnet 32,2 Milliarden Kubikmeter Reingas belaufen. Dies entspreche 314,5 Terawattstunden. Das Ministerium gab im gleichen Schreiben den deutschen Gasverbrauch des Jahres 2024 mit 844 Terawattstunden an.
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Aus Badums Sicht macht die Antwort deutlich, dass neue fossile Gasbohrungen keinen Beitrag zu Deutschlands Energiesicherheit leisten können. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche sollte auf Wind und Sonne setzen, so Badum weiter. „Das geht schneller, kostet weniger und ist besser für Trinkwasser und Klima.“
Bundesregierung prüft Rückgriff auf Bestände
Zuletzt hatten die Niederlande ein Gasfeld in Groningen an der Grenze zu Niedersachsen stillgelegt. Wegen Bebengefahr. Nun überdenkt die Regierung des EU-Landes aber die Maßnahme. Zudem soll ein Gasfeld in der Nordsee vor Wilhelmshaven erschlossen werden. Auch die Bundesregierung prüft den Rückgriff auf die schmalen deutschen Bestände, etwa in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen.

So hatte der Koalitionsausschuss Mitte April laut einem Ergebnispapier festgestellt: „Langfristig müssen wir zudem das Energieangebot ausweiten, um die Abhängigkeiten im Energiebereich zu reduzieren. Dazu gehört auch die Nutzung heimischer Energiequellen, z.B. die Erschließung ausgewählter heimischer Gasvorkommen. Zudem treiben wir den Ausbau der Erneuerbaren Energien ambitioniert voran.“
Das Ministerium ergänzte in seiner Antwort an die Abgeordnete: „Bergrechtliche Genehmigungen von Projekten müssen durch die zuständigen Bergbehörden der Länder entschieden werden.“ Auch im Koalitionsvertrag vom Mai 2025 hatte das Thema bereits Erwähnung gefunden. „Wir wollen Potenziale konventioneller Gasförderung im Inland nutzen“, heißt es darin.











