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Home » Warum viele Shops noch zögern
Wirtschaft

Warum viele Shops noch zögern

By zeit-heute.deJuni 4, 20263 Mins Read
Warum viele Shops noch zögern
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Wero gegen Paypal

Europas Bezahloffensive gerät ins Stocken


04.06.2026 – 12:13 UhrLesedauer: 3 Min.

imago images 0833260591Vergrößern des Bildes

Wero-Logo auf einem Smartphone: Mit dem Bezahldienst wollen europäische Banken Paypal und Co. Konkurrenz machen. (Quelle: IMAGO/Claudia Nass/imago)

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Millionen Bankkunden können Wero bereits nutzen, doch viele große Onlineshops zögern noch. Warum Europas neues Bezahlsystem trotz großer Ambitionen nur langsam in Fahrt kommt.

Kunden der ING können ab sofort mit dem Zahlungsdienst Wero auch bei Onlinehändlern bezahlen. Damit erweitert die Bank das bislang auf Geldtransfers zwischen Privatpersonen beschränkte Angebot um einen zentralen Anwendungsfall des digitalen Bezahlens.

Auf den ersten Blick ist das ein wichtiger Schritt für das europäische Zahlungssystem. Doch damit Kunden Wero tatsächlich beim Onlineeinkauf nutzen können, muss auch die Gegenseite mitspielen: Die Händler müssen die Bezahlmethode in ihre Shops integrieren. Und genau daran hapert es bislang noch.

Viele große Onlinehändler prüfen Wero zwar, halten sich mit einer Einführung aber zurück. Warum kommt Europas Antwort auf Paypal im Handel bislang nur schleppend voran?

Wero ist da – doch viele große Shops fehlen noch

Wero ist nach Angaben der ING seit August 2025 in die hauseigene App integriert und ermöglicht Echtzeitüberweisungen von Konto zu Konto. Mit der Freischaltung für den Onlinehandel soll daraus nun eine weitere Bezahloption im digitalen Zahlungsverkehr werden. Kundinnen und Kunden können Zahlungen direkt von ihrem Girokonto auslösen – ohne zusätzliche Wallets oder internationale Zahlungsdienstleister.

  • Bezahlsystem Wero: So funktioniert der Paypal-Konkurrent

Als großen Onlinehändler, bei dem Kunden bereits mit Wero bezahlen können, nennt die Bank den Ticketverkäufer Eventim. Zudem sollen Ikea Deutschland und der Lidl-Onlineshop zeitnah für das europäische Zahlungssystem gewonnen werden.

Andere bekannte Händler sind deutlich zurückhaltender. Die Elektronikmarktkette MediaMarktSaturn plant laut dem IT-Magazin „Golem“ zwar eine Anbindung. Ende April 2026 hieß es jedoch, dass große Händler wie Otto oder Zalando noch prüfen, ob sie das Zahlungsmittel integrieren. Konkrete Zeitpläne gibt es bislang nicht.

Warum sich viele Händler mit Wero schwertun

Seit mehr als einem halben Jahr ist es technisch möglich, mit Wero im Onlinehandel zu bezahlen. Die Reaktion vieler Händler fällt dennoch verhalten aus. Einige arbeiten an einer Integration, andere prüfen sie noch.

Mit der Supermarktkette Rewe gibt es sogar bereits einen Händler, der sich nach einer Prüfung gegen Wero entschieden hat. Als Begründung wurde der geringe Bekanntheitsgrad genannt.

Dass große Onlineshops Wero nicht einfach per Knopfdruck freischalten, hat mehrere Gründe.

  • Jede neue Zahlungsart verursacht Aufwand: Händler müssen ihre Kassensysteme und Buchhaltungsprozesse anpassen, etwa für Retouren oder Stornierungen. Zudem müssen Zahlungsdienstleister eingebunden werden. Zwar liegt die Transaktionsgebühr von Wero mit rund 0,77 Prozent deutlich unter den Kosten vieler Kreditkarten oder von Paypal. Dennoch rechnen Händler genau nach, ob die erwartete Nutzung die anfänglichen Integrationskosten rechtfertigt.
  • Wero bietet bislang keinen etablierten Käuferschutz: Im Onlinehandel spielt Vertrauen eine zentrale Rolle. Paypal etwa schützt Kunden, wenn Ware nicht geliefert wird oder Betrugsfälle auftreten. Wero basiert dagegen technisch auf einer Echtzeitüberweisung direkt von Konto zu Konto. Ein umfassender Käuferschutz ist zwar geplant, befindet sich jedoch noch im Aufbau.
  • Geringe Anzahl von Nutzern: Zwar verfügen Millionen Bankkunden theoretisch über Zugang zu Wero, die tatsächliche Nutzung bleibt bislang überschaubar. Die ING spricht beispielsweise von gut 600.000 aktiven Nutzern. Für große Onlineshops lohnt sich ein prominenter Platz im Bezahlprozess oft erst dann, wenn ein relevanter Teil der Kundschaft die Zahlungsart regelmäßig verwendet.

Ausgerechnet die Europa-Lösung setzt auf Amazon

Wero ist ein Angebot der European Payments Initiative (EPI), eines Zusammenschlusses führender europäischer Banken und Zahlungsdienstleister. Das erklärte Ziel: eine eigenständige europäische Zahlungsinfrastruktur aufzubauen und die Abhängigkeit von US-Anbietern zu verringern. Transaktionen erfolgen in der Regel innerhalb von zehn Sekunden.

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