Kosten und Zinsen im Direktvergleich
Sparkasse oder Volksbank: Wer schneidet besser ab?
Aktualisiert am 03.06.2026 – 21:31 UhrLesedauer: 5 Min.
Sparkasse und Volksbank im Vergleich: Wie viel kostet ein Girokonto oder die Kreditkarte? Wie viel Zinsen gibt es derzeit auf Tages- und Festgeld?
Örtliche Sparkasse und lokale Volks- und Raiffeisenbank im direkten Vergleich – das ist das Grundprinzip des Regionalbankenreports. In diesem Format analysiert das Vergleichsportal Verivox exklusiv für die Regionalportale von t-online, wie viel Bankkundinnen und -kunden bei regionalen Geldhäusern in unterschiedlichen Städten für ihre Finanzdienstleistungen bezahlen müssen und wo Sparer die höheren Zinsen einstreichen.
In der aktuellen Ausgabe gastiert der Regionalbankenreport in der Main-Metropole und nimmt die Konditionen der Frankfurter Sparkasse und der Frankfurter Volksbank Rhein/Main in den Blick.
Höhere Gesamtkosten bei der Frankfurter Sparkasse
- Insgesamt 196,80 Euro im Jahr bezahlt ein Musterkunde bei der Frankfurter Sparkasse für Girokonto, Kreditkarte und Wertpapierdepot. Bei der Frankfurter Volksbank Rhein/Main sind die jährlichen Kosten mit 142,40 Euro gut 50 Euro niedriger. Sparer, die jeweils 10.000 Euro auf einem Tages- und einem Festgeldkonto anlegen, streichen bei der Volksbank zudem bis zu 32,50 Euro mehr Zinsen ein.
Girokonto: Ähnliche Kontokosten bei Volksbank und Sparkasse
- Für sein Girokonto gibt der Musterkunde bei der Frankfurter Volksbank Rhein/Main im Jahr 58,80 Euro aus. Gut fünf Euro mehr (also jährlich 64 Euro) werden bei der Sparkasse im günstigsten Kontomodell fällig. Im bundesweiten Vergleich bewegen sich die beiden Institute damit etwa im Mittelfeld. Laut einer repräsentativen Verivox-Studie aus dem April 2025 zahlen 22 Prozent aller Bankkundinnen und -kunden 50 bis 99 Euro jährlich für ihr Girokonto. 29 Prozent der Befragten zahlen nach eigenen Angaben weniger, doch bei mehr als jedem Fünften (21 Prozent) summieren sich sämtliche Gebühren sogar auf mehr als 100 Euro im Jahr.
- „Wer Angebote vergleicht, findet aber auch problemlos ein Girokonto, das gar nichts kostet“, sagt Oliver Maier, Geschäftsführer der Verivox Finanzvergleich GmbH. „Vor allem das Hauptkonto, auf das Rente oder Gehalt eingehen und über das der gesamte Zahlungsverkehr abgewickelt wird, bieten mehrere Banken komplett gratis an.“ In der Verivox-Studie verfügten 20 Prozent der Befragten über ein kostenfreies Girokonto.
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Für eine kostenfreie Kreditkarte ist kein Bankwechsel nötig
- Bei der Frankfurter Sparkasse schlägt die günstigsten Standard-Kreditkarte mit einer Jahresgebühr in Höhe von 36 Euro zu Buche, bei der Volksbank sind es 29 Euro. Diese Jahresgebühren könnten sich die Kunden allerdings sparen. Es gibt mehrere Banken, die kostenfreie Kreditkarten anbieten, bei denen die Karteninhaber ihr bestehendes Girokonto für die Abrechnung der Umsätze hinterlegen können.
- Man muss für die Gratis-Kreditkarte also kein neues Konto bei einer anderen Bank eröffnen. Zusätzliches Plus: Bei vielen kostenlosen Kreditkarten sind zudem auch Barabhebungen am Geldautomaten und das Bezahlen außerhalb der Eurozone gebührenfrei. Bei den Karten der Frankfurter Sparkasse und der Frankfurter Volksbank Rhein/Main fallen dafür zusätzliche Kosten an.
- Eines sollten Verbraucher bei kostenfreien Kreditkarten aber beachten: Die Karten haben eine Teilzahlungsfunktion. In der Standardeinstellung wird zum Monatsende nur ein Teil der Kartenumsätze vom hinterlegten Konto abgebucht. Auf die verbleibende Summe werden dann je nach Kartenanbieter teilweise sehr hohe Kreditzinsen fällig. „Verbraucher sollten deshalb darauf achten, dass sie ihre Kreditkartenrechnung stets pünktlich zur Fälligkeit in voller Höhe begleichen“, rät Oliver Maier.
- „Besonders komfortabel in der Handhabung sind Kreditkarten, bei denen sich der automatische Einzug per Lastschrift einstellen lässt. Dann wird zum Ende des Abrechnungszeitraums der komplette ausstehende Betrag vom Konto abgebucht und es entstehen keine Zinskosten.“ Unter den kostenfreien Kreditkarten bieten diese Funktion beispielsweise die Visa-Kreditkarten der Bank Norwegian oder der Hanseatic Bank.
Depotkosten: Bei der Frankfurter Volksbank gut 42 Euro niedriger
- Im Direktvergleich der Konditionen fürs Wertpapierdepot hat die Frankfurter Volksbank die Nase vorn. Hier müssen Anleger für die Verwahrung ihrer Aktien und ETFs keine Gebühren bezahlen, wenn sie mindestens einmal pro Quartal Wertpapiere handeln. Die Frankfurter Sparkasse berechnet fürs Depot hingegen pro Quartal 3 Euro Grundpreis und zusätzlich noch mindestens 1,25 Euro pro Posten.
- Für den Musterkunden mit 5 Aktien und 2 ETFs im Depot summieren sich die jährlichen Grund- und Verwahrkosten somit auf 47 Euro. Hinzu kommen 49,80 Euro für insgesamt vier Wertpapierkäufe und -verkäufe. Somit belaufen sich die jährlichen Gesamtkosten fürs Depot auf 96,80 Euro.
- Bei der Frankfurter Volksbank fallen für den Musterkunden mit 54,60 Euro zwar etwas höhere Transaktionskosten an. Aufgrund der eingesparten Grund- und Verwahrkosten ist das Depot in der Gesamtabrechnung hier aber dennoch 42,20 Euro günstiger als bei der Frankfurter Sparkasse.

So wurde getestet
Verivox hat die Kosten und Zinserträge für einen Musterkunden berechnet. Ausgewertet wurden die jährlichen Kosten eines Modellkunden fürs günstigste Girokonto, für eine Standard-Kreditkarte und für das Wertpapierdepot sowie die Zinsen für Tagesgeld und Festgeld mit 12 Monaten Laufzeit (jeweils 10.000 Euro Anlagesumme). Grundlage waren die eigenen Angaben der beiden Kreditinstitute auf ihren Internetseiten (Stand: 27.5.2026).
In Summe etwas höhere Zinsen bei der Volksbank
- Wer 10.000 Euro für ein Jahr fest anlegen möchte, bekommt dafür bei der Frankfurter Sparkasse aktuell 2,2 Prozent Zinsen. Bei der Volksbank fällt der reguläre Zinssatz mit glatt 2 Prozent etwas niedriger aus. Für Spargelder, die zuvor noch bei einem anderen Kreditinstitut lagen und nun für ein Jahr bei der Frankfurter Volksbank fest angelegt werden, gibt es derzeit einen Aktionszins in Höhe von 2,25 Prozent.
- Sparer, die neues Geld anlegen und dafür den Aktionszins erhalten, streichen aufs Jahr 225 Euro Zinsen ein – 5 Euro mehr als bei der Frankfurter Sparkasse. Bei den regulären Festgeldkonditionen der Volksbank wären es 20 Euro weniger.
- Beim Tagesgeld bietet die Volksbank für den Musterkunden hingegen attraktivere Konditionen. Zwar zahlt sie für Anlagesummen bis 5.000 Euro gar keine Zinsen. Dafür gilt für das Tagesgeldguthaben von 5.000 bis 20.000 Euro ein Zinssatz von 1,55 Prozent. Höhere Guthaben werden bis zu einer Grenze von 100.000 Euro mit 0,2 Prozent verzinst.
- Der Musterkunde in der Verivox-Analyse legt insgesamt 10.000 Euro Tagesgeld an und streicht bei diesem Zinssatz aufs Jahr somit Erträge in Höhe von 77,50 Euro ein. Bei der Frankfurter Sparkasse bringt Tagesgeld nur 0,5 Prozent Zinsen. Zwar gilt dieser Zinssatz fürs gesamte Guthaben. Trotzdem fallen bei diesen Konditionen aufs Jahr nur 50 Euro Zinsen an.
- Wer nach Tagesgeldangeboten mit höheren Zinsen Ausschau hält, kann aktuell aus dem Vollen schöpfen: Im Mai ist die amerikanische Großbank J.P. Morgan mit ihrer Digitalbank Chase in Deutschland gestartet. Sie lockt Tagesgeldanleger mit stolzen 4 Prozent Zinsen. Höhere Tagesgeldzinsen bietet derzeit keine andere Bank. Die Konditionen gelten für 4 Monate. Danach greifen die regulären Bestandskundenzinsen von aktuell 2 Prozent. Auch das ist unter den Banken mit deutschem Einlagenschutz marktweite Spitze.
- Der Deutschlandstart von Chase hat den Konkurrenzkampf um Spargelder noch einmal spürbar angeheizt. Inzwischen gibt es bei insgesamt 22 Banken Tagesgeldzinsen in Höhe von 3 Prozent oder mehr.
- Sparer sollten beachten, dass die hohen Zinsen bei diesen Neukundenangeboten nur für einige Monate gültig sind. Danach greifen die meist deutlich niedrigeren Bestandskundenzinsen. „Von Aktionsangeboten mit befristeten Sonderkonditionen profitieren vor allem Sparer, die bereit sind, ihr Geld erneut umzuschichten, sobald die Neukundenzinsen ausgelaufen sind“, sagt Oliver Maier, Geschäftsführer der Verivox Finanzvergleich GmbH.










