Konkurrenz für die Deutsche Bahn
Werden Zugtickets für Hamburger zukünftig günstiger?
02.06.2026 – 12:58 UhrLesedauer: 2 Min.
Ein italienischer Anbieter plant neue Hochgeschwindigkeitszüge zwischen Hamburg, Berlin und München – und könnte damit Preise für Reisende durcheinanderwirbeln.
Wer von Hamburg aus mit der Bahn durch Deutschland reist, könnte künftig von günstigeren Tickets profitieren. Denn die Deutsche Bahn bekommt im Fernverkehr wohl deutlich mehr Konkurrenz.
Das italienische Unternehmen Italo plant ab 2028 neue Hochgeschwindigkeitsverbindungen zwischen München, Berlin und Hamburg. Die Züge sollen im Zwei-Stunden-Takt fahren. Auch die Strecke München-Frankfurt-Köln-Dortmund soll bedient werden, und zwar im Stundentakt. Insgesamt will der Anbieter 30 neue Züge auf die Schiene schicken.
Italo-Chef verspricht bessere Preise, mehr Komfort und Service
„Wenn das Monopol der Deutschen Bahn fällt und wir hier einen echten Wettbewerb schaffen, kann die Nachfrage um 40 Prozent wachsen – mindestens“, wird Italo-Chef Gianbattista La Rocca zitiert. Die Italiener versprechen dabei nicht nur mehr Auswahl, sondern auch niedrigere Preise, mehr Komfort und besseren Service.
- Hochbahn-Chef freigestellt: Diese Entscheidung wirft Fragen auf
Bislang dominiert die Deutsche Bahn den Markt nahezu vollständig. Rund 95 Prozent des Fernverkehrs laufen über ICE- und IC-Züge der DB. Während La Rocca verspricht, dass alle Anbieter durch den Wettbewerb schneller und konsequenter handeln würden, um in allen Bereichen „die Besten zu werden“, gibt es diesbezüglich auch andere Einschätzungen, wie die von Bahn-Experte Christian Böttger: „Bei einem so vollen Netz würde noch mehr Angebot im Fernverkehr entweder zulasten der Betriebsqualität gehen oder es würde eine Verdrängung stattfinden.“
Deutsche Bahn: Auch mehr Konkurrenz von Flix
Zudem steht derzeit die Frage im Raum, wie sogenannte Trassen – also feste Fahrzeiten und Strecken auf dem Schienennetz – künftig vergeben werden. Italo fordert dabei mehr Planungssicherheit und möchte bestimmte Verbindungen langfristig nutzen können. Darüber entscheidet die Bundesnetzagentur.
Auch von anderer Seite wächst der Druck: Auch Konkurrent Flix plant ab 2028 einen massiven Ausbau seines Zugangebots.












