Experten schlagen Alarm
Materialmangel in der Industrie „beunruhigend hoch“
02.06.2026 – 10:46 UhrLesedauer: 1 Min.
Große Teile der deutschen Industrie sind auf Chemikalien, Kunststoffe, Düngemittel und Stahl angewiesen. Diese Produkte brauchen viel Energie – und werden zunehmend knapp.
Der Mangel an Material wird in der deutschen Industrie zu einem immer größeren Problem. Jedes sechste Industrieunternehmen (15,9 Prozent) berichtete im Mai von Engpässen bei der Versorgung mit Vorprodukten, wie das Ifo-Institut in München mitteilte. Das stellt eine Verdreifachung von berichteten Engpässen seit Beginn des Jahres dar. Im Januar, vor dem Ausbruch des Iran-Kriegs, lag der ermittelte Wert bei 5,8 Prozent.
„Die Lieferketten bleiben angespannt“, bemerkte der Leiter der Ifo-Umfragen, Klaus Wohlrabe. „Vor allem Branchen mit hohem Bedarf an öl- und energieintensiven Vorprodukten spüren die Folgen der geopolitischen Spannungen.“
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Verglichen mit dem langfristigen Durchschnitt vor 2020 von etwa fünf Prozent sei die aktuelle Zahl „beunruhigend hoch“, sagte Wohlrabe. „Es ist durchaus möglich, dass mehrere Unternehmen infolge der Engpässe die Produktion senken müssen.“
Stark betroffen sei die Chemiebranche. Dort berichteten 31,2 Prozent der Unternehmen von Materialmangel. Auch bei den Herstellern von Gummi- und Kunststoffwaren bleibt die Lage schwierig: Der Anteil stieg auf 23,7 Prozent. In der Elektroindustrie meldet rund jedes vierte Unternehmen Probleme bei der Materialversorgung. In der Automobilindustrie lag der Anteil mit 10,0 Prozent vergleichsweise niedrig.









