Altersarmut ist große Herausforderung
Auch ältere Menschen geraten zunehmend in finanzielle Schwierigkeiten. Nach aktuellen Sozialdaten beziehen inzwischen rund 43.000 ältere Menschen in Hamburg Grundsicherung im Alter. Die Linksfraktion Hamburg beruft sich dabei auf Zahlen des Senats und erklärt, dass der Anteil der Senioren mit Grundsicherung zwischen 2020 und 2025 von 10,8 auf 12,9 Prozent gestiegen ist. Damit ist inzwischen etwa jeder achte ältere Mensch in Hamburg unmittelbar auf staatliche Unterstützung angewiesen.
Noch höher fällt die Zahl aus, wenn man nicht nur Menschen mit Grundsicherung betrachtet, sondern alle armutsgefährdeten Rentnerinnen und Rentner. Verschiedene Auswertungen zeigen, dass in Hamburg nahezu jede fünfte ältere Person finanziell gefährdet ist. Und: Künftig könnten noch deutlich mehr Rentner davon betroffen sein. „Immer mehr Menschen in Hamburg glauben nicht, dass ihre Altersrente ausreichend sein wird“, erklärte der Sozialverband Hamburg in seinem Podcast zur Altersarmut.
Besonders betroffen sind Frauen. Laut Destatis gelten bundesweit 21,4 Prozent der Frauen über 65 Jahre als armutsgefährdet, bei Männern derselben Altersgruppe sind es rund 17 Prozent. Sozialverbände wie der VdK und die Diakonie weisen zudem darauf hin, dass viele ältere Menschen aus Scham keine staatliche Unterstützung beantragen. Die tatsächliche Altersarmut dürfte deshalb höher liegen als die offiziellen Zahlen vermuten lassen.
Armut hat eigene Stadtteile
Eine weitere stark betroffene Gruppe sind Menschen mit Migrationsgeschichte. Laut Hamburger Integrations- und Sozialberichten tragen Migrantinnen und Migranten ein deutlich höheres Armutsrisiko als Menschen ohne Einwanderungsgeschichte. Gründe dafür sind unter anderem schlechter bezahlte Arbeitsplätze, unsichere Beschäftigungsverhältnisse, Sprachbarrieren oder die fehlende Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse. Besonders betroffen sind Alleinerziehende mit Migrationshintergrund sowie Geflüchtete.
Räumlich konzentriert sich Armut in Hamburg vor allem auf bestimmte Stadtteile im Osten und Süden der Stadt. Nach Daten des Hamburger Sozialmonitorings gelten insbesondere Billstedt, Mümmelmannsberg, Veddel, Wilhelmsburg, Jenfeld, Steilshoop und Teile von Harburg als soziale Brennpunkte mit erhöhtem Armutsrisiko. Dort leben überdurchschnittlich viele Menschen mit geringem Einkommen oder staatlicher Unterstützung. Gleichzeitig ist die Arbeitslosigkeit höher und die Bildungsabschlüsse im Durchschnitt niedriger als in wohlhabenderen Stadtteilen. Viele dieser Viertel kämpfen seit Jahrzehnten mit strukturellen Problemen wie Wohnungsmangel, geringeren Bildungschancen und sozialer Benachteiligung. Erst kürzlich hatte das TV-Format „Spiegel-TV“ eine Reportage über den Stadtteil Steilshoop veröffentlicht. Der Titel: Arm, abgehängt, aussichtslos.












