„Ist das wirklich der Tod?“
Rücktritt von Fußball-Weltmeister hat verheerende Folgen
Aktualisiert am 12.05.2026 – 08:57 UhrLesedauer: 2 Min.
Steve Mandanda stürzt nach seinem Karriereende in eine tiefe Krise. Er verdeutlicht, dass sein Leiden unter Profi-Fußballern kein Einzelfall ist.
Der französische Fußball-Weltmeister Steve Mandanda hat enorme mentale Probleme und fehlende Lebensfreude nach seinem Rücktritt als Profi-Fußballer im vergangenen Sommer gestanden. „Meine Tage sind endlos und leer. Leer von Energie. Leer von Sinn. Ist das wirklich der Tod?“, schreibt er in seinem neuen Buch „Les jours d’après“, aus dem die französische Sportzeitung „L’Équipe“ im Vorfeld Auszüge veröffentlichte.
Ihm sei es nicht gut gegangen, er habe nicht gewusst, was er mit seinem Leben anfangen wolle: „Es ist katastrophal, ich sehe mich von oben … Mir gefällt momentan nichts an meinem Leben. Ich glaube, ich bin unglücklich. Oder zumindest verloren. Ich habe keine Orientierung mehr. Ich habe meine Ziele und das Spiel vor mir nicht mehr.“
„Ich will nicht, dass mich die Leute so sehen“
In Gesprächen mit Ex-Kollegen wie Guillaume Hoarau und Patrice Evra habe der heute 41-Jährige jedoch gelernt, dass er mit diesen Problemen nicht allein sei und viele Profis nach dem Ende ihrer Laufbahn mit der fehlenden Tagesstruktur und Nutzlosigkeit zu kämpfen hätten. „Es ist ein Teufelskreis: Ich gehe weniger aus, weil ich nicht will, dass mich die Leute so sehen. Ich isoliere mich. Wenn ich morgens aufwache, sehe ich im Spiegel die dunklen Ringe unter meinen Augen“, berichtet der Torhüter.
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Erst ein Jahr nach seinem Karriereende habe er einen Ausweg gefunden. Eine Hilfe dabei sei das Buch als eine Art Therapie gewesen. „Viele ehemalige Sportler suchen in Therapie Unterstützung“, erklärte er in einem Interview mit „L’Équipe“.
Er spiele regelmäßig Padel-Tennis und absolviere ein Studium im General Management am Zentrum für Recht und Ökonomie des Sports mit anderen ehemaligen Profi-Sportlern. Im Rückblick glaubt Mandanda, dass ein geplanter Übergang „vielleicht den Schmerz etwas gelindert“, aber „nichts geändert“ habe.
Steve Mandanda absolvierte in seiner Karriere fast 700 Profi-Spiele und stand 35-mal für die französische Nationalmannschaft zwischen den Pfosten. 2010 wurde er mit Olympique Marseille französischer Meister, 2018 gewann er mit Frankreich als Ersatztorhüter den WM-Titel.












