Frauenligen in den USA waren in der Vergangenheit von Kurzlebigkeit geprägt. Was macht die 2013 gestartete NWSL (National Women’s Soccer League) nun anders?
Es sind ganz viele Sponsoren an Bord, die Liga und die Spielerinnen werden stark vermarktet. Es ist keine Nische, sondern geht weit über den Sport hinaus. Die Stadien sind gut gefüllt, Denver hat kürzlich einen Rekord aufgestellt. Die Trikots sind beliebt. All das bringt den Vereinen und der Liga gutes Geld ein.
Ist die Vermarktung der größte Unterschied im Vergleich zur Frauen-Bundesliga?
Es ist ein enormer Unterschied. Als Spielerin merkt man das auch im Alltag: In den USA ist es explizit erwünscht, dass man als Profi Social Media nutzt. In Deutschland liegt der Fokus deutlich auf dem Sportlichen. Ich glaube, es geht beides. Ich schätze Social Media sehr, um auch den Kontakt zu den Fans zu halten.
Die US-Amerikanerinnen und Brasilianerinnen nehmen vor Länderspielen in ihren Kabinen teilweise TikTok-Videos auf. Das würde ich eher nicht machen, aber dort ist es anders.
2025 sind Sie aus dem DFB-Team zurückgetreten. Besteht trotzdem noch die Chance auf ein Comeback?
Nach ein paar Spielen seit meiner Frankfurt-Rückkehr gab es schon den einen oder anderen Spruch, dass man mich doch zurückholen müsse. Christian Wück hat sehr gute Spielerinnen auf meiner Position. Wenn es keine Ausfälle gibt und ich deshalb gebraucht werde, steht meine Entscheidung zu 100 Prozent.
Wie sehen Sie die Entwicklung der Nationalmannschaft unter Wück?
Es macht Spaß, den Mädels zuzuschauen. Das Team ist sehr jung, sehr verändert. Spielerinnen wie Janina Minge, Sjoeke Nüsken oder Elisa Senß haben eine größere Rolle eingenommen. Es ist schön, als Fan mitzufiebern, aber auch mal kritisch zu sein. Ich kann vor dem Fernseher anfeuern – oder die Trainerin sein, die es immer besser weiß (lacht).












