Start am 1. Mai
Tankrabatt kommt: Frühes Aufstehen lohnt sich nicht
Aktualisiert am 30.04.2026 – 09:00 UhrLesedauer: 4 Min.
Morgen sinken die Steuern auf Benzin und Diesel. Wie sich das auf die Preise auswirken könnte und ob es sich lohnt, früh aufzustehen.
Viele Autofahrer sehnen in der Hoffnung auf billigeren Sprit den morgigen 1. Mai herbei. Ab dann gilt der Tankrabatt, mit dem die Bundesregierung die Steuern auf Kraftstoffe vorübergehend gesenkt hat. Was jetzt wichtig ist.
Wie stark sinkt die Steuer und wie lange?
Die Energiesteuern auf Diesel und Benzin sinken am 1. Mai um Mitternacht um 14,04 Cent pro Liter. Weil auf die wegfallende Energiesteuer auch keine Mehrwertsteuer anfällt, ergibt sich insgesamt eine Steuerreduzierung um 16,7 Cent – gerundet 17 Cent. Die Steuersenkung gilt zunächst bis Ende Juni.
Ab wann wird Sprit billiger?
Zwar wird die Steuer bereits fällig, sobald der Kraftstoff das Lager verlässt. Doch Experten des ADAC erwarten, dass an den Zapfsäulen die Preise voraussichtlich schon in der Nacht zu morgen sinken werden – oft um Mitternacht: Das liegt aber vor allem an den Erwartungen der Kunden.
Preise zuletzt gestiegen
Laut Zahlen des ADAC sind die Preise für Diesel und Super E10 wieder gestiegen. Im Vergleich zur Vorwoche haben sich beide Sorten deutlich verteuert: Der Preis für einen Liter Super E10 stieg um 4,4 Cent und liegt bei durchschnittlich 2,103 Euro. Bei Diesel ist der Anstieg noch deutlicher ausgefallen, ein Liter kostete gestern im bundesweiten Mittel 2,200 Euro und damit 7,1 Cent mehr als vergangene Woche.
Aus der Branche gibt es daher die Klage, dass die Unternehmen dadurch belastet werden. Allerdings können sie am Ende des Rabatts voraussichtlich davon profitieren, dass sie dann noch niedrig versteuerte Restbestände zu wieder höheren Preisen verkaufen können. Das war schon beim Tankrabatt 2022 der Fall.

Sinkt der Preis an der Zapfsäule sofort und um die vollen 16,7 Cent?
Grundsätzlich sind die Tankstellen nicht verpflichtet, den Preis zu einem bestimmten Zeitpunkt um einen bestimmten Wert zu senken.
„Es ist nicht davon auszugehen, dass die Preise am 1. Mai um Mitternacht sofort um die vollen 16,7 Cent sinken“, sagt ADAC-Kraftstoffmarkt-Experte Christian Laberer. „Das war auch 2022 nicht der Fall. Stattdessen sind die Preise sukzessive gefallen.“
Der Wirtschaftsverband Fuels und Energie (en2x) betont: „Die Tankstellengesellschaften geben die Steuersenkung vollständig weiter.“ Allerdings sei es wegen der Konstruktion der Steuer möglich, „dass die Steuersenkung sich mancherorts erst mit Verzögerung an der Zapfsäule bemerkbar macht“. Zudem könnten die Weltmarktpreise der Kraftstoffe „wie bisher erheblich schwanken“. Das verändere die Tankstellenpreise, „ändert jedoch nichts an der vollständigen Weitergabe der Energiesteuersenkung“. Ob der Rabatt 2022 komplett weitergegeben wurde, ist umstritten.
Letztlich werden Preise und Preisentwicklung von Tankstelle zu Tankstelle unterschiedlich sein. Allein im Verlauf einzelner Tage haben sich die Spritpreise zuletzt oft um mehr als 10 Cent bewegt.
Lohnt es, zum Tanken früh aufzustehen?
Nein, es gibt keinen Grund zu morgendlicher Eile. Da die Preise angesichts der 12-Uhr-Regel erst zur Mittagszeit steigen dürfen, ist Sprit am Vormittag auf keinen Fall teurer als am frühen Morgen. Es ist im Gegenteil eher zu erwarten, dass die Preise bis zum Mittag noch etwas sinken, wie sie das auch jetzt schon typischerweise tun. Wie stark der Sprung zur Mittagszeit ausfällt, ist kaum vorherzusagen, ebenso wie die weitere Entwicklung in den kommenden Tagen.










