Messe in China
Das sind die wichtigsten Autotrends aus Peking
27.04.2026 – 10:51 UhrLesedauer: 5 Min.
Mehr als 100 Marken, über 1500 Autos und Neuheiten so weit das Auge reicht – so zeigt sich die PS-Welt auf der Auto Show in Peking. Diese sieben Premieren sollten sie kennen.
Früher war China für die deutschen Autobauer das gelobte Land, in dem die Umsätze sprudelten. Jetzt sind die Chinesen mit ihren Autos zum wichtigsten Konkurrenten für die heimische Automobilindustrie geworden. Kein Wunder also, dass die Branche auf der Messe so hoch dreht wie auf keiner anderen PS-Show.
Während Ausstellungen wie die IAA in München oder der Salon in Paris zuletzt vergleichsweise traurige Messen mit mäßigem Andrang waren, geht es in Peking zu, wie in einem Ameisenhaufen. Gedrängel in acht Hallen auf zwei Etagen, dutzende Stammspieler und noch viel mehr Marken, von denen selbst viele Chinesen noch nie etwas gehört haben. Auf der Messe (noch bis 3. Mai) folgt eine Premierenfeier der nächsten.
Längst von der westlichen Automobilwelt emanzipiert
Dabei zeigen die Chinesen eindrucksvoll, dass sie sich längst emanzipiert haben von der westlichen Automobilwelt, dass sie ihren eigenen Stil gefunden haben und auch technologisch um die Führung ringen. Beim Elektroantrieb ohnehin, aber auch bei Zukunftsthemen wie dem autonomen Fahren und erst recht, wenn das Auto demnächst in die Luft geht.
Selbst chinesische Verbrenner machen auf der Messe Furore, weil Geely einen Hybridantrieb präsentiert hat, der mit 2,2 Litern auf 100 Kilometern zu einem der sparsamsten Benziner überhaupt werden dürfte.
Deutsche Autobauer haben den Warnschuss gehört
Anders als in früheren Jahren lassen sich die einst so dominanten Westmarken auf ihrem wichtigsten Auslandsmarkt aber nicht mehr so einfach den Schneid abkaufen. Vielmehr beweist der Auftritt von VW, Audi, Mercedes und Co, dass sie aufgewacht sind, und sich nicht kampflos geschlagen geben.
Für den Messebesuch bedeutet das insgesamt spektakulär viele Neuheiten und eine hoffnungslose Reizüberflutung. Hier sind die sieben spannendsten Neuheiten sowie die wichtigsten Technik-Trends:
1. Smart #2: Großes Comeback für den Kleinsten

Rund drei Jahrzehnte nach dem Markenstart, nach allerlei Irrungen und Wirrungen und nach gelebtem Gigantismus wie beim #5 findet Smart jetzt mit chinesischer Technik wieder zu seinen Wurzeln zurück und zeigt in Peking den Nachfolger des Fortwo. Als #2 wächst er zwar auf knapp 2,80 Meter, bleibt aber trotzdem eines der kürzesten und knuffigsten Autos weltweit.
Das Serienauto zeigt die nach China übersiedelte Marke im Herbst, und in den Handel kommen soll der Zweisitzer – natürlich rein elektrisch und diesmal mit immerhin knapp 300 km Reichweite – im neuen Jahr für einen Preis, der möglichst nah bei 20.000 Euro liegen soll.
2. Jetta: Bullig statt bieder
Bei uns ist der Jetta mittlerweile zwar fast vergessen, doch in China ist er sogar eine eigene Marke am unteren Ende der VW-Preisskala. Schließlich war die kleine Limousine dort lange Zeit eines der meistverkauften Autos. Jetzt positioniert VW die Billigtochter neu und verleiht ihr mit diesem SUV mehr Style. So viel, dass selbst der ID.4 plötzlich brav und bieder wirkt. Und wenn er binnen Jahresfrist tatsächlich für etwa 15.000 Euro an den Start geht, erst recht. Eigentlich schade, dass es ihn nur in China geben wird.










