Kontroverse Debatte
Suchthilfezentrum am Perlengraben wird erst im Sommer 2027 eröffnet
25.04.2026 – 10:58 UhrLesedauer: 2 Min.
Das heiß diskutierte Suchthilfezentrum am Perlengraben wird definitiv gebaut. Allerdings ist eine schnelle Lösung für den Neumarkt nicht in Sicht.
Das geplante Suchthilfezentrum (SHZ) am Perlengraben kommt – allerdings nicht so schnell, wie es sich einige Beteiligte wünschen würden. Der Rat der Stadt Köln soll in seiner nächsten Sitzung am 12. Mai den Bau des SHZ im Pantaleonsviertel beschließen. Bis das Zentrum in Betrieb gehen kann, vergeht aber wohl noch mehr als ein Jahr. Erst im August 2027 soll es eröffnen und den Drogenkonsumraum am Neumarkt ablösen.
Oberbürgermeister Torsten Burmester (SPD) sagte am Freitag: „Ich bin froh, dass der Rat nach dem Planungsbeschluss nun auch den Baubeschluss fassen wird und wir das Zentrum damit schnellstmöglich eröffnen können.“ Nach Plänen der Stadt soll die Baugenehmigung spätestens im Januar 2027 erteilt werden, eine Fertigstellung ist für das zweite Quartal 2027 geplant. Eröffnen soll es dann wenige Monate später.
Die Stadt hat sich dabei für eine Modulbauweise entschieden. Diese sei im Vergleich zu Containern deutlich energieeffizienter. Geplant ist ein zweigeschossiges Gebäude mit insgesamt 910 Quadratmetern an Fläche. Gebaut werden soll es durch einen Totalunternehmer. Der Betrieb soll ebenfalls durch einen externen Betreiber gewährleistet werden. Insgesamt rechnen die Verantwortlichen mit Kosten von 8,72 Millionen Euro.
Der Standort an der Ecke Perlengraben/Wilhelm-Hoßdorf-Straße war nach einem längeren Auswahlverfahren laut Angaben der Stadt als einziger sinnvoller Standort übrig geblieben. Das neue Suchthilfezentrum sollte dabei in der Nähe des Neumarkts liegen, einem bekannten Hotspot für Drogenkonsumenten und vor allem Dealer. Gegen die Pläne hatte es wütende Proteste von Anwohnern gegeben.
Die Stadt versprach, ein umfassendes Sicherheitskonzept für Anwohner vorzulegen. In der Nähe liegen auch mehrere Kindergärten und Schulen. Der Rat beauftragte die Verwaltung bereits vorab damit, die getroffenen Maßnahmen regelmäßig zu überprüfen und die Ergebnisse offenzulegen. Zunächst ist ein Betrieb für fünf Jahre geplant. Anschließend hat die Stadt die Option, den Betrieb um fünf weitere Jahre zu verlängern.











