„Alle waren geschockt“
Kreuzfahrtbesatzung zieht fünf Tote aus dem Wasser
24.04.2026 – 17:18 UhrLesedauer: 2 Min.
Eine Entdeckung versetzt die Crew eines Kreuzfahrtschiffs im Mittelmeer in Alarmbereitschaft. Wenig später gibt es Gewissheit.
Im Mittelmeer hat die Besatzung eines Luxuskreuzfahrtschiffs innerhalb kurzer Zeit fünf Leichen aus dem Wasser geborgen. Wie mehrere britische Medien und Kreuzfahrtportale übereinstimmend berichteten, wurden die Toten am Dienstagabend auf der Fahrt zwischen Cartagena und Cagliari entdeckt. Das Schiff habe sich zu dem Zeitpunkt rund 150 Kilometer von der algerischen Hauptstadt Algier entfernt befunden.
Besatzungsmitglieder der „Sapphire Princess“ sahen demnach zunächst lediglich eine Rettungsweste im Wasser treiben und alarmierten den Kapitän, der daraufhin die Route änderte und das Tempo drosselte. Ein kleines Rettungsboot wurde ins Wasser gelassen. Die Besatzung barg zunächst die Leiche eines Mannes, etwa eine Stunde später holte die Crew vier weitere Tote aus dem Mittelmeer.
Das Kreuzfahrtunternehmen Princess Cruises teilte laut dem Branchenportal „Maritime Executive“ mit, bei den Toten handle es sich weder um Besatzungsmitglieder noch um Passagiere. Als wahrscheinlich gilt, dass es Migranten waren, die mit einem kleinen Boot von Algerien aus nach Spanien fahren wollten. Erst am Nachmittag war vor der Küste ein Migrantenboot entdeckt worden.
Ein Passagier, der anonym bleiben will, sagte dem britischen „Mirror“: „Ich war innerlich am Zittern. Alle waren geschockt. Uns allen wurde psychologische Betreuung angeboten.“ Dem Bericht zufolge hatte die „Sapphire Princess“ über 3.000 Passagiere an Bord und befand sich auf einer zweiwöchigen Reise von Italien nach Dänemark.
Die Mittelmeerroute gilt für Migranten als besonders gefährlich: Die Boote der Migranten sind oftmals völlig untauglich, immer wieder kommt es zu tödlichen Unglücken. Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) der Vereinten Nationen starben allein in diesem Jahr bis Anfang April rund 765 Menschen im Mittelmeer – 460 mehr als im gleichen Zeitraum 2025.











