Neue Vorwürfe
Was hat Russlands Geheimdienst mit dem Dopingskandal zu tun?
21.04.2026 – 13:26 UhrLesedauer: 2 Min.
Ein Bericht bringt den russischen Sport in Bedrängnis – und deutet auf Verbindungen hin, die weit über Doping hinausgehen.
Neue Recherchen stellen eine brisante Verbindung zwischen russischem Dopingsystem und politischen Verbrechen her. Laut einem Bericht der Zeitung „The Insider“ sollen dieselben Personen in beiden Bereichen eine zentrale Rolle spielen.
Demnach seien Akteure des Dopingskandals auch an Versuchen beteiligt gewesen, politische Gegner wie Alexej Nawalny und Sergej Skripal zu töten. Nawalny soll vor seinem Tod erklärt haben, 2020 einen FSB-Agenten angerufen zu haben, der seine Beteiligung an der Vergiftung einräumte. Der Sicherheitsdienst wird nun auch mit dem Dopingsystem in Verbindung gebracht. In dem Bericht von „The Insider“ heißt es, dass es personelle Überschneidungen gebe.
Konkret soll das Programm in einem Forschungszentrum gebündelt sein. Dort würden sowohl leistungssteigernde Substanzen entwickelt als auch militärische Nervengifte. Dafür werde die gleiche Infrastruktur genutzt. Auslöser für diese Struktur sei unter anderem die Aufdeckung des Dopingskandals um die Winterspiele 2014 gewesen.
Die Athletenorganisation Global Athlete fordert derweil einen vollständigen Ausschluss russischer Sportler. Direktor Rob Koehler sagte dem norwegischen TV-Sender NRK: „Die Menschen sind von dem Artikel nicht überrascht. Das an sich ist besorgniserregend“. Mit Blick auf den Dopingskandal von Sotschi 2014 ergänzte er: „Es hat sich herausgestellt, dass die Manipulationen von den höchsten Ebenen der Regierung institutionalisiert wurden. Man kann also durchaus sagen, dass der Inhalt dieses Berichts keine Überraschung ist.“
Der Bericht nennt zudem konkrete Namen. So soll Dmitri Kowaljow, der 2020 als Experte für die Russische Anti-Doping-Agentur Rusada vor dem Internationalen Sportgerichtshof auftrat, in Wirklichkeit FSB-Oberst sein. Koehler wird deutlich: „Dieser Artikel enthüllt etwas weitaus Schwerwiegenderes als frühere Dopingskandale. Er bestätigt, dass der russische Sport nicht nur vom Staat beeinflusst, sondern von ihm gesteuert wird.“












