Mitgliedsantrag für Lobbyverband
Chinesischer Autobauer BYD will Einfluss auf EU-Gesetze nehmen
19.04.2026 – 10:40 UhrLesedauer: 2 Min.
Der chinesische Elektroautohersteller BYD treibt seine Expansion in Europa voran. Nun will er erstmals Einfluss in Brüssel nehmen.
Der chinesische Elektroautohersteller BYD hat die Aufnahme in den europäischen Branchenverband ACEA beantragt. Das bestätigte ein Sprecher der European Automobile Manufacturers’ Association. Eine Entscheidung steht noch aus. Sollte BYD aufgenommen werden, wäre es das erste chinesische Unternehmen in dem Verband, dem unter anderem Volkswagen, BMW und Stellantis angehören.
Der Schritt gilt als politisch sensibel. Die EU hatte zuletzt Zusatzzölle auf Elektroautos aus China beschlossen. Brüssel begründet dies mit Wettbewerbsverzerrungen durch staatliche Förderung. BYD könnte künftig versuchen, über den Verband Einfluss auf industriepolitische Entscheidungen, etwa zu Klimavorgaben oder Standards, zu nehmen.
Parallel treibt der Konzern seine Expansion in Europa voran. In Ungarn steht ein eigenes Werk kurz vor der Fertigstellung, die Serienproduktion soll noch in diesem Quartal starten. Damit würde BYD stärker auf lokale Fertigung setzen und unabhängiger von Importen werden. Auch das Produktangebot wächst: In Großbritannien will das Unternehmen einen elektrischen Kleintransporter für Logistikflotten vorstellen.
Weltweit setzt BYD seinen Wachstumskurs fort. Nach Unternehmensangaben lief kürzlich das 16-millionste Fahrzeug vom Band – nur rund 120 Tage nach der vorherigen Million. Im vergangenen Jahr verkaufte der Konzern mehr als 4,6 Millionen Fahrzeuge und behauptete damit seine Spitzenposition auf dem chinesischen Markt. Neue Batterietechnologien und Schnellladesysteme sollen das Wachstum weiter stützen.
Ein möglicher Beitritt zur ACEA dürfte in der Branche aufmerksam verfolgt werden. Der Verband gilt als wichtige Stimme der Autoindustrie in Brüssel, in dem 17 Autobauer organisiert sind, die in Europa produzieren. Neben europäischen Konzernen wie Mercedes oder Volkswagen sind auch die Europa-Vertretungen von asiatischen und US-amerikanischen Autobauen wie Ford oder Toyota Mitglied. Mit BYD könnten unterschiedliche Interessen innerhalb der Organisation stärker hervortreten – gerade in einer Phase, in der europäische Hersteller unter Kostendruck stehen und sich der Wettbewerb verschärft.










