Die Spielerauswahl des FC Midtjylland ist schon lange von datenbasiertem Scouting geprägt. Ein Ansatz, der den Klug bekannt gemacht hat. Treiber dafür war vor allem der ehemalige Eigentümer Matthew Benham, der 2014 in den Klub einstieg. Benham war Glücksspieler, wettete auf Sportereignisse und wurde mithilfe von statistischen Modellen zum Milliardär. Diese datenbasierte Herangehensweise etablierte er auch in Dänemark. Potenzielle Neuzugänge wurden fortan mithilfe eines Algorithmus vorgefiltert. Bis heute setzt der Klub auf dieses System.
Kjaer erklärt jedoch, dass datenbasiertes Scouting nicht allein den Schlüssel zum Erfolg darstellt. „Unser Ansatz ist es, das objektive Scouting (datenbasiert, Anm. d. Red.), mit dem subjektiven Scouting (vor Ort) zu kombinieren. Bei uns gibt es nicht nur das eine oder das andere, es sind einfach verschiedene Ebenen des Prozesses.“ Dabei gilt als eines der Grundprinzipien des Vereins: Gute Spieler können von überall auf der Welt kommen. Das wird bei einem Blick auf den Kader besonders deutlich.
17 verschiedene Nationen sind im aktuellen Kader von Midtjylland vertreten. Spieler aus Sambia, Ecuador, Island und Südkorea teilen sich hier eine Kabine. Eine besondere Verbindung besteht nach Nigeria, wo der FC Midtjylland eine eigene Nachwuchsakademie betreibt.
Midtjylland sieht sich selbst nicht als dänischer, vielmehr als internationaler Fußballverein. Im Verein wird vor allem Englisch gesprochen, wer die Sprache nicht beherrscht, bekommt einen Sprachlehrer. „Du kannst den Sprachunterricht nicht ausfallen lassen, das wäre so, als würdest du ein richtiges Training ausfallen lassen und das ist etwas, das Profis nicht tun“, stellt Kjaer klar. Gleiches gilt für die Ernährung. Die Spieler werden auch hier an die Hand genommen und unterstützt. „Wir sind geduldig mit den Neuzugängen aus anderen Ländern und investieren eine Menge in die Spieler, damit sie erfolgreich sein können“, sagt Kjaer.
Midtjylland setzt vor allem auf junge Spieler, auch das spiegelt sich im Kader wider. Mit einem Durchschnittsalter von 24 Jahren stellten die Dänen in dieser Saison eines der jüngsten Teams der Europa League. Zum Vergleich: Der Altersschnitt vom FC Bayern liegt bei rund 27 Jahren. Midtjylland baut jedoch nicht nur auf Talente aus dem Ausland, sondern auch auf den eigenen Nachwuchs. Acht Spieler des aktuellen Kaders stammen aus der eigenen Jugendabteilung des Vereins. Kjaer: „Wir wollen den Fokus auf beides setzen. Das Ziel ist, eigene Talente zu entwickeln, in Dänemark und Nigeria, wir wollen aber auch, dass unsere Scouting-Abteilung neue, interessante Toptalente findet.“












