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Home » Milliarden fließen in kaum genutzte Ladesäulen
Mobilität

Milliarden fließen in kaum genutzte Ladesäulen

By zeit-heute.deApril 17, 20262 Mins Read
Milliarden fließen in kaum genutzte Ladesäulen
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17.04.2026 – 15:07 UhrLesedauer: 3 Min.

Investition im Standby-Modos: An Deutschlands Straßen warten Ladesäulen auf Autos, die selten kommen.Vergrößern des Bildes

Investition im Standby-Modus: An Deutschlands Straßen warten Ladesäulen auf Autos, die nur selten kommen. (Quelle: IMAGO/Thomas Trutschel/photothek.de)

Die Ladeinfrastruktur wächst schneller als die Zahl der E-Autos. Milliarden fließen in den Ausbau. Doch viele Ladepunkte bleiben ungenutzt. Deutschland baut eine Infrastruktur, die sich wirtschaftlich kaum trägt.

Die Sorge vor dem großen Ladesäulenmangel war jahrelang das zentrale Argument gegen das Elektroauto. Doch neue Daten zeigen ein anderes Bild: Der Ausbau der Ladeinfrastruktur hat den Hochlauf der E-Mobilität längst überholt. In Deutschland gibt es inzwischen rund 200.000 öffentliche Ladepunkte, ihr Bestand ist allein 2025 um mehr als 22 Prozent gewachsen. Die Zahl der E-Autos steigt zwar ebenfalls, aber langsamer, als viele Prognosen annahmen.

Das Ergebnis ist ein Paradox: Während Milliarden in den Ausbau fließen, bleiben viele Ladepunkte ungenutzt. Im Schnitt waren die öffentlichen Ladesäulen 2025 nur zu etwa zwölf Prozent gleichzeitig belegt. Deutschland baut ein Netz, das weitgehend bereitsteht, aber oft nicht gebraucht wird.

Der Grund für die Leere liegt ausgerechnet im Erfolg an anderer Stelle. Die Deutschen laden ihre Autos dort, wo es am bequemsten ist: zu Hause. Dank staatlicher Förderung sind über eine Million Wallboxen in privaten Garagen installiert worden. Rund 80 Prozent der Ladevorgänge finden im privaten Umfeld statt. Wer eine eigene Steckdose hat, nutzt öffentliche Ladepunkte meist nur noch auf Langstrecken oder im Ausnahmefall. Die öffentliche Infrastruktur wird damit zum Sicherheitsnetz und nicht zum Hauptsystem.

Für Betreiber wird diese Entwicklung zum wirtschaftlichen Risiko. Pacht, Tiefbau und Technik kosten viel Geld. Wenn aber kaum Strom verkauft wird, lassen sich die Investitionen schwer refinanzieren. Um Verluste auszugleichen, sind die Preise an öffentlichen Säulen hoch. Das wiederum verstärkt den Anreiz, auf das günstigere Laden zu Hause auszuweichen. So entsteht ein Kreislauf, der das öffentliche Laden strukturell schwächt.

Während die Zahl der Ladepunkte weiter steigt, verschiebt sich zugleich die Nachfrage. Begehrt sind vor allem schnelle Ladepunkte für unterwegs. Der Anteil sogenannter HPC-Lader (High Power Charging) liegt inzwischen bei rund 19 Prozent, Schnelllader im mittleren Leistungsbereich haben einen Anteil von etwa 6,5 Prozent.

Viele der bereits installierten Normallader passen jedoch nicht mehr zum heutigen Nutzungsverhalten. Sie sind zu langsam für kurze Stopps und gleichzeitig unattraktiv für längere Standzeiten. Damit passt die Infrastruktur immer weniger zur tatsächlichen Nutzung.

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