Preistreiber an der Zapfsäule?
Neue Tankregel in Kraft: So teuer ist Sprit in Berlin
01.04.2026 – 16:05 UhrLesedauer: 2 Min.
Seit Mittwoch gilt die neue Tankregel – Preiserhöhungen nur noch einmal täglich um 12 Uhr. Wo pendeln sich jetzt die Preise für Kraftstoff in Berlin ein?
Die Berliner Tankstellen haben auf die neue Tankregel der Bundesregierung mit einem teils mit kräftigen Preissprung reagiert. In der Hauptstadt schossen die Preise am Nachmittag bei E10 um bis zu neun Cent mehr in die Höhe, wie auf der Vergleichswebseite „benzinpreis.de“ zu lesen ist.
Demnach ist E10 derzeit (Stand 15.45 Uhr)an der Sprint-Tankstelle in der Kniprodestraße 25 mit 2,12 Euro am günstigsten. Am meisten müssen Autofahrer mit 2,20 Euro pro Liter für den gleichen Kraftstoff an der Esso-Tankstelle in der Gneisenaustraße 104-106 bezahlen.
Laut ADAC kostete ein Liter Super E10 am Mittwoch kurz nach 12 Uhr im bundesweiten Schnitt 2,17 Euro – 7,6 Cent mehr als kurz zuvor. Der Dieselpreis stieg im selben Zeitraum um 7,5 Cent auf 2,376 Euro pro Liter. In Berlin ist ein Liter davon ebenfalls an der Sprint-Tankstelle in der Kniprodestraße mit 2,31 Euro am günstigsten. Vergleichsweise teuer ist es dagegen an der Aral-Tankstelle in der Levetzowstraße 9 mit 2,36 Euro.
Die neue Regel schreibt vor: Mineralölkonzerne dürfen Treibstoffpreise nur noch einmal täglich erhöhen – um 12 Uhr mittags. Preissenkungen sind weiterhin jederzeit erlaubt. Verstöße können mit einem Bußgeld von bis zu 100.000 Euro geahndet werden.
Die schwarz-rote Koalition orientierte sich bei der Regelung am österreichischen Vorbild. Sie erhofft sich davon mehr Verlässlichkeit durch weniger Preiserhöhungen, wie die Koalition mitteilt. Ob diese Erwartung realistisch ist, bezweifeln mehrere Fachleute.
Ein ADAC-Preisexperte erklärte, die geringere Flexibilität der Konzerne führe offenbar dazu, dass Unsicherheiten wie ein möglicher Ölpreisanstieg vorweggenommen würden. Ob die Möglichkeit zu Preissenkungen tatsächlich genutzt werde, sei fraglich. Der ADAC geht davon aus, dass das neue System das allgemeine Preisniveau voraussichtlich nicht senken werde – erwartet würden vor allem Veränderungen im Tagesverlauf, nicht beim generellen Niveau.
Der Hintergrund der aktuell hohen Preise liegt im Krieg im Nahen Osten. Der Angriff der USA und Israels auf den Iran hat die Spritpreise im März 2026 stark steigen lassen, wie eine aktuelle ADAC-Auswertung zeigt.












