Woltemade wiederum steuerte im vergangenen Jahr in Havertz‘ Abwesenheit in der WM-Qualifikation wichtige Treffer bei, unter anderem einen Doppelpack in Luxemburg. „Nick hat bei uns eine super Quote, in Newcastle gerade aber keinen leichten Stand“, sagte Nagelsmann in Basel bei RTL und erklärte, warum er kurz zuvor Woltemade und nicht Undav eingewechselt hatte. Er hätte dem VfB-Angreifer, „der gut drauf ist, noch weiter Selbstvertrauen“ geben können, so der Bundestrainer. Die Folge wäre aber gewesen, Woltemade, „der gerade nicht ganz so gut drauf ist, fallen zu lassen.“ Nagelsmann entschied sich dagegen.
Im Fall des gebürtigen Bremers geht der DFB-Coach also aktuell auf Kuschelkurs. Offenbar, weil er in einem wiedererstarkenden Woltemade – genau wie in Havertz – eine Schlüsselfigur im deutschen Angriff für die Weltmeisterschaft sieht. Doch damit unterstreicht Nagelsmann vor allem auch, dass Undav zum bewährten Duo lediglich die Alternative darstellt. Sein Schicksal ist also im Grunde das gleiche wie einst das von Kießling, der Klose und Gómez vor sich hatte. An der Stellung der Platzhirsche gibt es offenbar gerade nur wenig für ihn zu rütteln. Selbst, wenn diese nicht in Form sind.
„Wir haben mit jedem Spieler ein Rollengespräch geführt. Jeder Spieler weiß exakt, woran er ist“, sagte Nagelsmann am Sonntag in Stuttgart. „Ob der WM-Platz relativ sicher ist oder nicht so sicher ist. Und wenn der WM-Platz relativ sicher ist, wie seine Rolle im WM-Kader aussieht.“ Wie dieses Gespräch mit Undav abgelaufen sein muss, lässt sich nur erahnen: WM-Platz wahrscheinlich, Einsatzzeiten eher nicht.
Dazu passt, dass eine weitere Begründung Nagelsmanns für Undavs ausgebliebene Einwechslung in Basel das Spielsystem war. „Deniz hat seine Qualitäten, wenn wir selbst viel kontrollierten Ballbesitz haben“, hatte der Bundestrainer im Anschluss an die Partie betont. Gegen die Schweiz hätte aber das Umschaltspiel im Fokus gestanden. Undav passt also nur bedingt in Nagelsmanns System.












